Telekom-Branche
Ein Riesenkonzern auf Shoppintour durch Europa

Nach der niederländischen KPN kauft der mexikanische Telekom-Unternehmer Carlos Slim, dem America Movil gehört, für mindestens 880 Millionen Euro 21 Prozent an Telekom Austria. Die KPN-Anteile sollen aufgestockt werden.
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WienDer mexikanische Telekom-Milliardär Carlos Slim setzt seine Einkaufstour durch Europa in Österreich fort. Der laut Magazin "Forbes" reichste Mann der Welt will seinen Anteil an der Telekom Austria auf knapp 26 Prozent aufstocken und damit zum zweitgrößten Anteilseigner aufsteigen, wie Slims Unternehmen und die Telekom am Freitag mitteilten. Es ist für Slim der zweite große Zukauf innerhalb weniger Wochen: Seine Beteiligung am niederländischen Telekom-Anbieter KPN will er auf knapp 28 Prozent ausbauen. Das Telekom-Austria-Management, die Belegschaft und der Staat Österreich als Haupteigner empfingen Slim mit offenen Armen. Auch an der Börse kam die Nachricht gut an: Die Telekom-Aktie schloss 1,4 Prozent im Plus bei 8,15 Euro.

Slims Mobilfunkkonzern America Movil übernimmt das 21-Prozent-Paket des österreichischen Investors Ronny Pecik und kommt zusammen bis einem bestehenden Anteil künftig auf 22,76 Prozent. Darüber hinaus hält Slims Unternehmen Immobiliaria Carso bereits 3,14 Prozent, wie die Telekom Austria mitteilte. Rechtlich würden beide Anteile jedoch nicht zusammengerechnet, sagte eine Telekom-Sprecherin, die deshalb nicht von einer Sperrminorität sprechen wollte. Von Pecik hat der Mexikaner Firmenangaben zufolge bereits fünf Prozent der Telekom-Aktien gekauft, die restlichen 16 Prozent aus Peciks Bündel sollten bis Jahresende folgen. Dafür müssten noch Genehmigungen eingeholt werden, hieß es. Erst Anfang Juni hatte Slim überraschend bekannt gegeben, bei der Telekom Austria eingestiegen zu sein.

Kreisen zufolge bezahlt Slim für den Peciks Anteil 9,50 Euro je Aktie und damit gut 880 Millionen Euro für das Paket. Zudem hätten beide Seiten abhängig von der Entwicklung der Telekom-Aktie eine zusätzliche Zahlung vereinbart, sagte eine mit dem Deal vertraute Person zu Reuters. Für Pecik und seinen Finanzpartner - den ägyptischen Milliardär Naguib Sawiris - springt dabei ein netter Gewinn raus: Sie haben knapp 800 Millionen Euro für ihren im vergangenen Herbst begonnenen Einstieg ausgegeben. Die Unternehmen äußerten sich am Freitag nicht zu finanziellen Aspekten.

Der 72-jährige Carlos Slim hat sein Vermögen unter anderem mit dem Aufbau seines Mobilfunkimperiums America Movil gemacht: Nach zahlreichen Zukäufe ist der Konzern in 18 Ländern vor allem in Südamerika präsent und nun auf der Suche nach neuen Wachstumsmöglichkeiten.

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