Termin droht zu platzen
Zähes Ringen um Börsen-Fusion

Wegen zäher Verhandlungen droht der geplante Abschluss der Fusion zwischen Deutscher Börse und Nyse Euronext zum Jahresende zu scheitern. Die beratenden Anwälte hingegen freut's, denn die Aussichten für sie sind rosig.
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FrankfurtDer Zeitplan für die geplante Fusion von Deutscher Börse und Nyse Euronext gerät ins Wanken. „Es ist weiter unser Ziel, den Deal bis Jahresende abzuschließen, aber es liegt nicht allein in unserer Hand“, sagte Finanzchef Gregor Pottmeyer am Freitag. Die EU-Kommission wird spätestens bis 22. Dezember über den neun Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss entscheiden. Anschließend müssen allerdings noch andere Beteiligte wie das Land Hessen als Börsenaufsicht ihr Votum abgeben - sie wollen jedoch zunächst grünes Licht aus Brüssel abwarten. Ob ihre Entscheidung dann noch 2011 falle, könne die Börse nicht beeinflussen, sagte Pottmeyer.

Für Feierstimmung sorgen die langwierigen Verhandlungen bei den Anwälten, die beide Börsenbetreiber beraten. Die Deutsche Börse wies in den ersten neun Monaten 2011 „fusionsbedingte Kosten“ von 54,5 Millionen Euro aus, alleine im dritten Quartal fielen 25,5 Millionen an. Der Großteil der Gelder sei an Anwaltskanzleien geflossen, sagte Finanzchef Pottmeyer - und machte den Advokaten Hoffnung auf weitere Einnahmen. „Ich kann nicht ausschließen, dass die Kosten im vierten Quartal auf dem selben Niveau wie im dritten Quartal liegen werden.“

Die EU-Kommission will nach Reuters-Informationen bei ihrer Prüfung nur den Teil des Derivatehandels betrachten, der über regulierte Börsen abgewickelt wird. In diesem Bereich sind die Deutsche-Börse-Tochter Eurex und die Nyse Liffe führend. Den außerbörslichen Handel (OTC), der den größten Teil des Derivatemarktes ausmacht, will die EU dagegen ausblenden. Deutsche Börse und Nyse müssen deshalb versuchen, mit Zugeständnissen doch noch eine Genehmigung der EU zu erhalten.

Eine Möglichkeit dafür hatten beide Konzerne am Donnerstag und Freitag, als sie in Brüssel vor Vertretern der Kommission und der EU-Staaten ihre Argumente präsentierten. Auch in der kommenden Woche werde die Diskussion mit den Prüfern weitergehen, sagte Pottmeyer. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Kommission am Ende grünes Licht gibt, obwohl die Wettbewerbshüter dem Konzern Anfang Oktober ihre gesammelten Bedenken auf 130 Seiten zugestellt hatten. Der Konzern habe angesichts der Größe und Komplexität des Geschäfts mit einem solch umfangreichen Schreiben gerechnet, sagte der Finanzchef. „Wir gehen weiter davon aus, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb nicht unzulässig beeinträchtigen würde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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