Teure Niederlage: Commerzbank einigt sich mit Ex-Vorstand Sieber

Teure Niederlage
Commerzbank einigt sich mit Ex-Vorstand Sieber

Nach zwei Niederlagen vor Gericht hat sich der Aufsichtsrat der Commerzbank nun mit dem früheren Vorstandsmitglied Ulrich Sieber gütlich geeinigt. Mit entsprechend hoher Belastung für das Unternehmen.
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FrankfurtDie Commerzbank legt ihren langjährigen Rechtsstreit mit ihrem früheren Personalvorstand Ulrich Sieber nun endgültig zu den Akten. „Der Aufsichtsrat der Commerzbank und das ehemalige Vorstandsmitglied Ulrich Sieber haben sich heute einvernehmlich über die endgültige Auflösung des Vorstandsvertrages von Herrn Sieber geeinigt“, teilte das Geldhaus am Montag mit. Über die Details dieser Vereinbarung sei Stillschweigen vereinbart worden.

Die Bank hatte Sieber im November 2013 abberufen, um das Führungsgremium der Bank zu verschlanken. Vorstandschef Martin Blessing und Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hatten damit ein Zeichen an die Belegschaft aussenden wollen, dass nicht nur beim Fußvolk, sondern auch in der Führungsetage gespart werden soll. Damals hatte die Bank gerade den Abbau von 5200 Stellen beschlossen.

Allerdings agierte die Bank ohne gültige Rechtsgrundlage. Vorstände dürfen nicht einfach so während eines laufenden Vertrages abberufen werden, sondern nur aus „wichtigem Grund“. Deshalb kassierten danach sowohl das Landgericht wie auch das Oberlandesgericht Frankfurt die Kündigung. Und eine gütliche Einigung mit Sieber scheiterte daran, dass der Bund dem Institut nicht erlaubte, eine Abfindung an Sieber zu zahlen.

Nach zwei Niederlagen vor Gericht fällt die Einigung für die Commerzbank nun entsprechend teuer aus: Nach Handelsblatt-Informationen sieht die Einigung vor, dass Sieber seine vollen Bezüge inklusive Boni bis Mai 2017 ausgezahlt bekommt. Auch bei der Altersversorgung wird er so gestellt, als sei er nicht im November 2013 abberufen worden. Bei einer gültigen Abberufung hätte das Gehalt nur zwei statt vier Jahre lang fortgezahlt werden müssen.


Kommentare zu " Teure Niederlage: Commerzbank einigt sich mit Ex-Vorstand Sieber"

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  • Wie wäre es mit der eigenen Identität - sie armes Würstchen.

  • Hätte sich Vorstand und Aufsichtsrat nicht den Wünschen der Politiker von Merkel bis zur Landesregierung gebeugt, wonach solch rechtlich einwandfreies Verhalten - wie auch von der eigenen Rechtsabteilung vorgeschlagen - politisch nicht opportun wäre, könnte nun die Commerzbank um einiges reicher dastehen.

    Also stellt sich der Anfangsverdacht aus Untreue bei Vorstand und Aufsichtsrat, die mit der Befolgung politischer Wünsche das Unternehmen dramatisch finanziell geschädigt haben.

  • Eine gütliche Einigung ist immer gut. Wer will denn auch schon langen Streit.

    Das Unternehmen hat doch genug Geld. Wenn nicht wird es eben gerettet. Das können wir doch gut.

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