„Thema im Moment nicht auf der Agenda“: DZ und WGZ fusionieren wohl nicht vor Jahresende

„Thema im Moment nicht auf der Agenda“
DZ und WGZ fusionieren wohl nicht vor Jahresende

Frühestens zum Ende dieses Jahres rechnet die DZ Bank mit Fortschritten bei dem Zusammenschluss mit der Düsseldorfer WGZ-Bank. Diskutiert wird darüber schon seit langem.

HB FRANKFURT. „Das Thema Fusion steht im Moment nicht auf der Agenda“, sagte DZ-Bank-Chef Ulrich Brixner, dessen Vertrag Ende September ausläuft, am Freitag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt. Solche Vorhaben ließen sich meist leichter angehen, wenn es zu personellen Veränderungen komme, fügte er mit Blick auf seine eigene Person hinzu. Darüber hinaus könnten ordentliche Hauptversammlungen einen Zusammenschluss erst im Frühjahr 2007 absegnen.

DZ Bank und WGZ-Bank, die das Rückgrat der rund 1300 Volks- und Raiffeisenbanken bilden, haben mehrfach ihre Bereitschaft zum Zusammenschluss bekräftigt. Das Vorhaben scheiterte bislang aber an Strukturfragen. Zudem gilt das Verhältnis zwischen Brixner und WGZ-Bank-Chef Werner Böhnke als zerrüttet. Brixners designierter Nachfolger und heutiger Vize Wolfgang Kirsch soll Genossenschaftskreisen zufolge hingegen einen guten Kontakt nach Düsseldorf pflegen. Die DZ Bank betreut rund 1000 der Ortsbanken und wäre bei einem Zusammenschluss der größere Partner.

Die Idee eines Börsengangs hat die DZ Bank nach Brixners Worten nicht aus den Augen verloren. „Ich gehe davon aus, dass das ein Thema sein könnte, vielleicht innerhalb der nächsten fünf Jahr“, sagte der Vorstandschef.

Beim geplanten Umbau der Hypothekenbank AHBR schloss die DZ-Bank eine Blockade nicht aus, falls ihre Interessen als stiller Einleger verletzt würden. An der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR), die der neue Eigentümer Lone Star um mehr als vier Fünftel verkleinern will, hält die DZ Bank eine stille Einlage von rund 140 Mill. Euro. Lone Star will Genusschein-Inhaber und stille Einleger für den 2005 erwarteten Verlust von bis zu 1,3 Mrd. Euro in die Verantwortung nehmen. Medienberichten zufolge sollen sie mit 75 Prozent des eingesetzten Kapitals belastet werden. Lone Star hatte die wegen Zinsspekulationen in Schieflage geratene AHBR im Dezember übernommen und für die Rettung noch 871 Mill. Euro erhalten. Eine Pleite der AHBR wäre der größte Zusammenbruch einer Bank in Deutschland seit dem Kollaps der Herstatt-Bank 1974 gewesen.

„Wir sind am Ball“, sagte Brixner. Es bestehe Aufklärungsbedarf, wie es zu diesem Verlust komme. Auch der Verbleib des rund 600 Mill. Euro schweren Risikoschirms, den die Alteigentümer zur Verfügung gestellt hatten, werfe Fragen auf. Sein Vize Kirsch ergänzte, sollten sich die Zweifel der DZ Bank bestätigen, gebe es gar keinen Ermessensspielraum, Lone Star die geplante Restrukturierung zu verweigern.

2005 steigerte die DZ-Bank-Gruppe auf operativer Basis den Gewinn um 25 Prozent auf 1,48 Mrd. Euro und erreichte damit ein Rekordniveau. Während der Zinsüberschuss um ein Zehntel auf 2,36 Mrd. Euro zulegte, erhöhte sich der Provisionsüberschuss um elf Prozent auf 1,03 Mrd. Euro. Die Risikovorsorge sank hingegen auf 423 (2004: 461) Mill. Euro. Vizechef Kirsch räumte allerdings ein, die Bank habe die Hamburger Hypotheken-Tochter DG Hyp mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag stützen müssen, weil diese außerordentliche Wertberichtigungen bei privaten Immobilienfinanzierungen verbucht habe.

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