Thema im US-Wahlkampf
Wall-Street-Gehälter steigen rasant weiter

Die Gehaltsschere zwischen Investmentbankern in New York und US-Durchschnittsarbeitern geht ungebremst weiter auseinander. Das Thema steht auch schon im Blickfeld der Politik. Vor allem ein Gesetz wird kritisiert.

New YorkVor fünf Jahren widmeten sich die Demonstranten von „Occupy Wall Street“ im Zuccotti Park mitten in Manhattan über Wochen hinweg der wachsenden Ungleichheit der Einkommen in den USA. Sie lösten damit eine breite gesellschaftliche Debatte nicht nur in den USA aus.

Ein Blick auf die aktuelle Lage muss bei den Kapitalismuskritikern zu Ernüchterung führen. Die Schere zwischen den höchsten und den niedrigsten Gehältern in den USA hat sich weiter geöffnet. Inflationsbereinigt und einschließlich Boni kamen Investmentbanker in New York zwischen 1990 und 2014 auf 117 Prozent Gehaltssteigerung und verdienten im Mittel 264.357 Dollar. Der Durchschnittsarbeitnehmer in den USA erhielt gerade einmal 21 Prozent mehr und kam 2014 auf 51.029 Dollar - nur etwa ein Fünftel davon. Die Daten stammen vom Nationalen Statistikamt der USA.

Im Jahr der Präsidentschaftswahlen ist das Thema in das Blickfeld der Politik geraten. Ob Donald Trump oder Bernie Sanders - beide politischen Lager machen diese Lücke nun zum Thema. Insbesondere eine Gesetzesregelung, die es Vermögensverwaltern erlaubt, einen niedrigeren Steuersatz abzurechen, ist im Präsidentschaftswahlkampf zum Thema geworden - es widmen sich alle wichtigen verbliebenen Bewerber diesem Thema.

Senator Sanders aus Vermont schlug eine Steuer für Wall-Street-Spekulanten vor, die direkt in die Finanzierung öffentlicher Hochschulen fliessen soll. Der konservative Senator Ted Cruz aus Texas macht sich ebenfalls bereits über die Einkünfte in Manhattan lustig und propagiert, er werde selbst große Banken pleite gehen lassen.

„Die Einkommensschere ist auf der Agenda von sowohl Trump wie auch Sanders ganz nach oben gerückt, denn es ist ein Problem, das in der Öffentlichkeit bestens ankommt“, sagte John Challenger von der Beratungsfirma Challenger, Gray & Christmas in Chicago. Resultat sei eine ausgeprägte Antihaltung gegen die Wall Street, die sich im ganzen Lande finden lasse.

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Nachwuchskräfte zieht es lieber ins Silicon Valley

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