Tokio
Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen Bestechung verurteilt

Ein Gericht in Tokio hat einen Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen Bestechung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Eine firmenweite Systematik könne dem Unternehmen nicht nachgewiesen werden, sagte der Richter.
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TokioEin ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bank ist in Japan wegen Bestechung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Bezirksgericht in Tokio sah es als erwiesen an, dass der 37-Jährige einen Pensionsfonds-Mitarbeiter zum Essen und zum Golfspielen eingeladen habe, um Geschäfte zu machen.

Zugleich sagte der Vorsitzende Richter Akira Ando, es gebe Hinweise, dass hochrangige Manager bei der Tochter Deutsche Securities über solche Praktiken ihrer Kollegen informiert gewesen seien. Es lägen jedoch keine Beweise vor, dass der Angeklagte explizit angewiesen worden sei, den Pensionsfonds-Vertreter zu bestechen. Auch sei es unmöglich, „definitiv festzuhalten, dass dies ein unternehmensweites Problem war.“

Der Angeklagte wurde zu einer zehnmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, die drei Jahre lang zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er hatte sich im April schuldig bekannt, der Bank etwa 9.000 Dollar in Rechnung gestellt zu haben, um den damaligen Pensionsfonds-Mitarbeiter zu unterhalten. Bei einer Anhörung im vergangenen Monat hatte er ausgesagt, es sei gängige Praxis bei Deutsche Securities, Kunden einzuladen. Manager bis hoch zur Spitze des Investment-Geschäfts der Deutschen Bank in Japan wüssten darüber Bescheid.

Der ehemalige Deutsche-Securities-Mitarbeiter erklärte, das Urteil nicht anfechten zu wollen. Allerdings erwäge er eine zivilrechtliche Klage gegen seinen früheren Arbeitgeber, sagte er, ohne ins Detail zu gehen. Ein Deutsche-Securities-Sprecher lehnte es ab, sich zu dem Fall zu äußern.

Der Ex-Pensionsfonds-Mitarbeiter wurde im März wegen Bestechlichkeit zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Fonds verwaltete als Teil seines Portfolios öffentliche Gelder. Nach japanischem Recht sind die Manager solcher Fonds wie Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zu behandeln, denen es streng untersagt ist, Zahlungen oder Geschenke jeglicher Art anzunehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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