Transparenz-Studie
Schlechte Noten für Banken und Versicherer

Viele Konzerne weltweit haben laut einer Studie von Transparency International immer noch nebulöse Strukturen - vor allem Banken und Versicherer. Vergleichsweise gut ist die Transparenz bei zwei deutschen Dax-Firmen.
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BerlinDie Antikorruption-Organisation Transparency International (TI) gibt Banken und Versicherungen schlechte Noten. Obwohl undurchsichtige Strukturen mit zur jüngsten Finanzkrise beigetragen hätten, gebe es hier noch große Defizite, ergab ein von der Organisation veröffentlichter Vergleich der 105 größten Konzerne der Welt. So kamen die 24 untersuchten Banken und Versicherungen im Schnitt nur auf 4,2 der zehn möglichen Transparenzpunkte.

Die Bekämpfung der Korruption bleibt eine globale Herausforderung für Regierungen und Konzerne. Der diesjährige Transparenzbericht bescheinigt den Konzernen immerhin generell Fortschritte bei der Bekämpfung des Nährbodens von Wirtschaftsstraftaten wie Bestechlichkeit oder illegalen Preisabsprachen.

Der Gewinner des Rankings, der norwegische Ölkonzern Statoil, holte 8,3 Punkte. Statoil veröffentliche wichtige Informationen über seine Antikorruption-Programme, sowie seine Steuerzahlungen und Gewinne. Schlusslicht der Rangliste ist die Bank of China, die auf einen Wert von 1,1 Transparenzpunkten kommt.

Der deutsche Chemiekonzern BASF schaffte es als bestes deutsches Unternehmen auf Platz sieben. Der Ludwigshafener Chemiekonzern erreichte in der zentralen Kategorie "Unternehmensstruktur" den Bestwert von 100 Prozent. Der Versicherungskonzern Allianz landete entgegen der Kritik an den Versicherungen als zweitbestes deutsches Unternehmen auf Rang zehn.

Die meisten der sieben untersuchten Unternehmen mit Sitz in Deutschland wie die Telekom (Platz 29) und der Energiekonzern Eon (30 Platz) rangieren im oberen Mittelfeld der Rangliste.

Die Unternehmensstruktur ist nach Angaben der Verfasser des Berichts ein zentrales Hemmnis bei der Beurteilung von Konzernen in Bezug auf ihre Steuermoral und mögliche Verflechtungen mit der Politik. "Multinationale Unternehmen bleiben ein zentraler Bestandteil des weltweiten Korruptionsproblems", sagte der geschäftsführende Direktor von Transparency International, Cobus de Swardt. Für die Konzerne sei "die Zeit gekommen, sich aktiv an der Lösung des Problems zu beteiligen", mahnte der Anti-Korruptionsexperte.

Zugleich appellierte die Nichtregierungsorganisation an die Chefetagen der internationalen Großkonzerne, die Lehren aus traumatischen Erfahrungen der Vergangenheit zu ziehen. Als Konsequenz der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 müssten sich mehr Topmanager "entschlossener zur Bekämpfung der Korruption bekennen", forderte die Vorsitzende von Transparency International, Huguette Labelle.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Transparenz-Studie: Schlechte Noten für Banken und Versicherer"

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  • Daumen hoch an kuac und FinanzInfo! Regierungen und Konzerne sollen Korruption bekämpfen? Das sind gerade die zwei Institutionen, die sie voran treiben! Korruption, "Steuerunehrlichkeit" und Bestechlichkeit gibt es nur, weil das jetzige, überregulierte Wirtschaftssystem den Anreiz setzt Schlupflöcher zu suchen und auszunutzen auf Kosten der kleinen und mittleren Betriebe und Verbraucher. Und Politikern winkt der Job im Aufsichtsrat, wenn sie bei der Wirtschaftspolitik ihren Freunden im Vorstand entgegenkommen.

  • Natürlich könnte man verstehen wie das Geld funktioniert. Nur die Verschwörungstheoretiker nicht, denn die würden dann entdecken dass es keine Verschwörung gibt, und das entspricht nicht dem Ziel...

  • FinanzInfo
    Ganz genau so ist es! Geld existiert nur dann wenn es von einer Bank verliehen wird. Das gilt auch für Staaten. Sie können nicht einfach Geld drucken, sondern müssen von einer Bank teuer leihen. Vorher müssen sie aber das Geld billig den Banken überlassen. Eine geniale Konstruktion.

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