Trennbanken-Gesetz
Banken verzichten auf „riskante Geschäfte“

Das geplante Trennbanken-Gesetz in Deutschland wird einige Geldhäuser zum Ausstieg aus dem riskanten Handel bewegen. Nur wenige deutsche Banken werden ihren Handel abspalten, erwartet die Rating-Agentur Fitch.
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Frankfurt„Einige Banken werden eher die beschränkten Aktivitäten aufgeben als die Kosten einer Abspaltung auf sich zu nehmen - zumal die betroffenen Sparten relativ kleine Beiträge zum Ergebnis leisten“, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie von Fitch. Obwohl bis zu ein Dutzend Banken unter das Gesetz fielen, würden daher nur wenige den Handel tatsächlich abspalten.

Nach dem Gesetzentwurf müssen „riskante Geschäfte“ in eine eigene, vom Einlagengeschäft unabhängige Einheit eingebracht werden, wenn das Handelsbuch insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro schwer ist oder 20 Prozent der Bilanzsumme ausmacht - sofern sie 90 Milliarden Euro überschreitet. Abgespalten werden müssen aber nur der Eigenhandel, der Hochfrequenzhandel und das Kreditgeschäft mit Hedgefonds und anderen Finanzinvestoren, die mit viel Fremdkapital arbeiten. „Die Deutsche Bank ist der augenfälligste Kandidat für den Aufbau einer eigenen Einheit“, schreibt Fitch, „aber es könnten auch kleinere Kapitalmarkt-Institute betroffen sein, etwa Commerzbank, LBBW und UniCredit Bank (HypoVereinsbank)“.

Für das Kreditprofil und damit die Rating-Noten hätte die Abspaltung laut Fitch aber allenfalls leicht positive Folgen. Weil die Aufsicht die Mutter-Bank daran hindern würde, der Handelstochter in der Not unter die Arme zu greifen, könnten sich die Risiken für die Holding reduzieren, argumentieren die Analysten. Das Trennbanken-System könnte aber dazu führen, dass die Ratings für die einzelnen Bestandteile des Konzerns künftig weiter auseinanderklafften.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Trennbanken-Gesetz: Banken verzichten auf „riskante Geschäfte“"

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  • Von einem Trennbankensystem halte ich überhaupt nichts! Es waren eben nicht die Universalbanken, die in Schieflage gerieten, sondern mit Lehman Brothers eine reine Investmentbank und die deutschen Landesdbanken wollten in einem Markt von dem sie keine Ahnung hatten das große Geld machen. Bei der Coba war es eine zu dünne Kapitaldecke, die nicht belastbar war. Aber Ursachenforschung zu betreiben ist den Politikern zu mühsam, zumal es ja "Volkses Wille", die sogenannten Zockerbanken zu bestrafen! Dabei bin ich mir sicher, dass die meisten Bundestags-Abgeordnete nicht den Unterschied erklären könnten. Jetzt steht in allen Zeitungen, dass die Banken auf faulen Firmenkrediten sitzen, weil die Wirtschaft schrumpft. Wie will die Politik dann die Stütze für Geschäftsbanken begründen, wenn diese wanken und kein zweites Standbein haben? Wenn in einer Wirtschaftskrise Großkredite platzen trifft das die Banken ebenso hart, wie evtl. Verluste aus dem Investmentbanking. Da soll ein in Deutschland über Jahrzehnte relativ sicheres Geschäftsmodell zerschlagen werden, nur weil einige Banken Geschäfte tätigten von den sie keine Ahnung haben. Aber stellt sich noch eine ganz andere Frage. Kommt das Trennbankensystem, dann müssten eigentlich für die Investmentbanken keine Bankenabgabe mehr gezahlt werden, denn diese Einheiten sollen ja nicht gerettet werden. Also wozu für etwas zahlen, das dem Untergang geweiht sein soll.

  • Ich stelle die These in den Raum, dass das kommerzielle Geschäft der Banken viel gefährlicher ist als das Investmentbanking.

    Das einzig gefährliche was dem Investmentbanking zugeschrieben werden kann, ist die Schnelligkeit mit der Gefahrensituationen erkannt und offenbart werden. Ist die innerbetriebliche Organisation jedoch nicht in der Lage die Risikosituation Real Time aufzuzeigen, müsste dieser Teil der Bank aus diesem Grund und nicht aufgrund der Geschäfte geschlossen werden.

  • Aber natürlich werden sich Banken davon zurückziehen Geld zu machen. Wie soll man das denn bitte glauben?

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