Trennbankensystem

Wie die Deutsche Bank aufgeteilt werden könnte

Wirtschaftsführer und Politiker denken laut über die Zerschlagung der Universalbanken nach. Handelsblatt Online hat die Aufspaltung der Deutschen Bank durchgespielt. Es bliebe kein Stein auf dem anderen.
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DüsseldorfDie Deutsche Bank hat heute ihre Quartalszahlen vorgelegt. Der Gewinn nach Steuern ist im Vorjahresvergleich um fast 50 Prozent auf rund 660 Millionen Euro eingebrochen. Das ist nicht schön. Doch das größte deutsche Geldhaus hat noch ganz andere Sorgen als das schlechte Ergebnis. Die Anti-Banken-Stimmung wächst. Und immer mehr Wirtschaftsführer und Politiker fordern die Zerschlagung der Großbanken.

„Too big to fail darf es nicht mehr geben“, brachte kürzlich Nikolaus von Bomhard, Chef des weltgrößten Rückversicherers Munich Re, die Diskussion auf den Punkt. „Ich bin ein Anhänger des Trennbanksystems“, sagte von Bomhard. Das würde letztlich die Aufspaltung der großen Universalbank in eine Investmentbank und eine Geschäftsbank bedeuten.

In einer Online-Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Mafo exklusiv für Handelsblatt Online durchgeführt hat, sprechen sich knapp 60 Prozent der 1000 Befragten für die Abspaltung des Investment-Bankings aus. Nur rund ein Fünftel ist dagegen, 20 Prozent sind unschlüssig. Das Geschäftsmodell der Deutschen Bank, das auf den Säulen Investment-Banking und Privatkundengeschäft beruht, wäre damit zerschlagen.

Doch wie würde eine Aufspaltung der Deutschen Bank in der Praxis aussehen? „Eine Aufspaltung von Universalbanken ist gar nicht so einfach möglich“, sagt Olaf Scheer, Geschäftsführer der auf Finanzdienstleister spezialisierten Managementberatung ZEB.

Die Deutsche Bank ist in vier Unternehmensbereiche unterteilt. Das Investment-Banking und der Zahlungsverkehr sind dabei im Konzernbereich „Corporate & Investment Bank“ zusammengefasst, die Vermögensverwaltung und das Privatkundengeschäft gehören zum Konzernbereich „Private Clients und Asset Management“. „Das ,daily business‘ der verschiedenen Geschäftsbereiche ist bei internationalen Universalbanken heute organisatorisch schon in großen Teilen getrennt“, erklärt Scheer.

Die Übergänge sind flexibel
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13 Kommentare zu "Trennbankensystem: Wie die Deutsche Bank aufgeteilt werden könnte"

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  • hat damit nix zu tun , aber ist der Neuen Weltordnung im Wege ,
    so läuft das eben neuerdings
    na aufgewacht?
    http://www.youtube.com/watch?v=apDEp7QbERI&feature=related
    http://www.youtube.com/watch?NR=1&feature=endscreen&v=KkuPgmtTx78

  • tja Leute, die Neue Weltordnung kommt jetzt in Riesenschritten .....
    ..... koste es was es wolle
    und der deutsche Michel schläft ( = diskutiert) immernoch

    http://www.youtube.com/watch?v=apDEp7QbERI&feature=related

  • Ich verstehe auch nicht, weshalb man ein bewährtes System zerschlagen kann. Nicht bewährt haben sich doch die Landesbanken mit ihren unfähigen Politikern als Manager. Die anderen Beiträge hier geben genügend Beispiele ab. Wieso das Kind mit dem Bad ausschütten und das bewährte System mit Augenmaß weiterentwickeln. Was hat denn das Geschäftsmodell der DB mit der Staatsverschuldung zu tun ?

  • Wie kann man nur Milliarden für ne Postbank zahlen.Das Geld sehen die nie wieder.In Zeiten kostenloser Girokonten,Direkt-und Internetbanken ist im Privatkundengeschäft seriös nichts mehr zu verdienen.

  • Augenwischerei, genau das ist zutreffend, wenn man die Banken alleine für die seit über 50 Jahren angehäuften Staatsschulden verantwortlich machen will. Die Staaten müssen sparen, nicht die Privatbanken wie die Deutsche Bank. Diese Privat-Banken incl. Investmentgeschäft zahlen stets pünktlich und zuverlässig ihre (vielen) Steuern.

    Das Investmentgeschäft ist das Salz in der Suppe und bringt einen ordentlichen Ertrag. Versteht man was davon, kann man damit in interessanten Zeiten gutes Geld verdienen (Steuereinnahmen bitte nicht vergessen).

    Vergleiche ich die so genannten Landesbanken, die teilweise am Abgrund stehen/standen und abgewickelt werden müssen/mussten, haben die Geschäftsbanken sich trotz Investmentbanking bestens geschlagen und mussten vom Steuerzahler nicht ständig gerettet werden.

    Ich erinnere nur Helaba, West-LB etc., alles öffentliche Banken, die direkt bzw. indirekt von mehr oder weniger unfähigen Leuten mit Steuergeldern bzw. entgangenen Steuern an die Wand gefahren wurden.

    Der Staat versteht von vielen Geschäften nun mal nichts, dass zeigt im kleinen Ausmaß das Dilemma mit dem Nürburgring im Bundesland Rheinland-Pfalz, was den Steuerzahler ebenfalls viel Geld kostet.

    Mein Gott, hätte man für das viele Geld Straßen, Eisenbahnstrecken, Schulen renovieren und Krankenhäuser und Kindergärten einrichten und betreiben können.

    Wo bleiben die Gewerkschafter mit ihren Protesten, die offenbar nur einmal im Jahr eine schlappe Demo auf die Beine bringen.

    Hier geht es um viel Volksvermögen incl. private Renten, Betriebsrenten etc., offensichtlich alles uninteressant.

  • In Deutschland gab es nie ein Trennbankensystem, denn es gab keine Investmentbanken, wohl aber starke Universalbanken. Dieses System hat sich bewährt, und jetzt denkt man über die Filetierung nach, aber die Folgen werden ausgeblendet! Diese können eintreten, wenn nur zwei oder drei Großkredite in einer Wirtschaftskrise platzen. Wo soll dann ein Ausgleich herkommen, und vorallen, wo können sich die Banken dann rekapitalisieren? Internationale Anleger werden kaum in eine ertragsschwache Deutsche Bank investieren, die "amputiert" durch die Gegend hinkt. Eine Spaltung bedeutet auch teilweise überschneidende Kosten, bei einseitigem Risiko! Und mal ehrlich, welche Investmentbank, außer Lehman Broters ging dann vor die Hunde? KEINE! Weder die HRE, IKB, Landesbanken waren Investmentbanken. Ebensowenig wie es Bankia in Spanien ist. Aber Bankia ist ein gutes Beispiel, was mit "langweiligen" Geschäftsbanken passieren kann, wenn eine Blase platzt und keine andere Ertragsbringer vorhanden sind.

  • clinton ist mit greenspan nicht alleine schuld, auch die regierung kohl und thatcher haben hier mist gebaut und die waren vor clinton an der macht.

  • Was soll das denn bringen ? Es müsste auch nach der Trennung in Investment und Privatkundenbank verhindert werden dass die Privatkundenbank ihre Einlagen an die Investmentbank verleiht und zwar direkt und indirekt über Zweit- und Drittbanken, Gesellschaften und Schttenbanken in Steueroasen usw. Wer soll den das beaufsichtigen, die BAFIN ? Bleiben wir doch realistisch. Alles nur Augenwischerei für die Dummies die an diesem Spiel teilnehmen dürfen und nur die Verlierer sind.

  • [+++Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht+++]

  • Ausgerechnet die Deutsche Bank kam mit am besten durch die Krise. Ich vermute dass wieder diejenigen dahinter stecken die am liebsten auch unsere Genossenschaftsbanken zerpflücken würden. Auf dass bei uns dann auch spanische Verhältnisse herrschen mögen...
    Eigentlich sollte so langsam auch dem letzten klar sein dass ein Geschäftsmodell welches nur auf einem Fuß steht sehr riskant ist.

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