Trotz abnehmender Risiken
Draghi will geldpolitisch Kurs halten

Trotz des soliden Aufschwungs will EZB-Chef Draghi weiter an der lockeren Geldpolitik festhalten. Die Haltung des EU-Organs trifft auch weiter auf Kritik. Finanzminister Schäuble sieht „außergewöhnliche Probleme“.
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Den HaagEZB-Chef Mario Draghi will trotz aufgehellter Konjunkturperspektiven an der ultra-lockeren Geldpolitik festhalten. Es sei weiter nötig, den „sehr substanziellen“ Konjunkturimpuls aufrechtzuerhalten, sagte der Italiener am Mittwoch bei einem Auftritt im niederländischen Parlament. Die einlaufenden Daten belegten zwar, dass der Aufschwung zusehends solider werde: „Die Abwärtsrisiken haben sich weiter verringert. Dennoch ist es noch zu früh, einen Erfolg zu verkünden.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrem jüngsten Ratstreffen an ihrem Kurs der weit geöffneten Geldschleusen festgehalten. Draghi betonte dabei, es brauche sehr günstige Finanzierungsbedingungen, um die Inflation in Richtung des EZB-Ziels von mittelfristig knapp unter zwei Prozent zu treiben.

Die Nullzinspolitik ist vor allem in Deutschland umstritten. Laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bereitet sie den Banken und der ganzen Finanzbranche hierzulande „außergewöhnliche Probleme“. Draghi sagte in Den Haag, die Vorteile der ultra-lockeren EZB-Geldpolitik überwögen mögliche Nebenwirkungen. Sein Auftritt ist Teil einer Reihe von Besuchen in Parlamenten von Mitgliedsstaaten der Währungsunion. Im September 2016 hatte er seine Nullzinspolitik im Bundestag gegen Kritik verteidigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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