Trotz "Durchfaller"
Spaniens Banken brauchen keine Kapitalspritzen

Manchmal zahlt sich übertriebene Transparenz nicht aus: Unter den 90 im Stresstest geprüften Banken finden sich nicht weniger als 25 spanische Institute. Doch die Offenheit der Spanier wurde schlecht belohnt.
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MadridFünf kleine spanische Banken und Sparkassen mit einem Marktanteile von zusammengenommen rund neun Prozent haben den Stresstest nicht bestanden, so das offizielle Ergebnis der Tests.  Das Kernkapital der Sparkassen Catalunyacaixa, CAM, Unnim und Caja3, sowie der börsennotierten Banco Pastor schrumpfte unter dem pessimistischsten aller von der Europäischen Bankenaufsicht EBA angenommenen Szenarien unter die geforderte Obergrenze von fünf Prozent.

Tatsächlich aber bestehen alle diese Banken, wenn man die antizyklischen Rücklagen hinzuzählt, die Spaniens Finanzinstitute von ihren Gewinnen abzweigen müssen, um ein Kissen für Krisenzeiten zu bilden. Diese Auflage existiert in anderen Ländern nicht, wenn sie auch während der Finanzkrise bei den europäischen Partnern viel gelobt und ihre Einführung auch andernorts diskutiert wurde.

„In keinem spanischen Finanzinstitut sind zusätzliche Kapitalerhöhungen nötig“, schlussfolgerte daher Zentralbankchef Miguel Àngel Fernández Ordóñez bei der Bekanntgabe der Ergebnisse. Die EBA habe die allgemeinen Rückstellungen dieses Mal nicht berücksichtigt, da sie verpflichtet gewesen war bei allen Instituten das gleiche Maß anzulegen. Daher gehe Spanien auf den ersten Blick schlechter aus den Tests hervor als andere Länder.

Aber in der Praxis existierten diese Rückstellungen, und von einem „Durchfallen“ der betroffenen Institute könne daher nicht die Rede sein. „Wir sprechen von fünf Geldinstituten die, wenn man die allgemeinen Rückstellungen nicht berücksichtigt, die von der EBA geforderten fünf Prozent Kernkapital nicht erreichen“, so Ordoñez.

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Kommentare zu " Trotz "Durchfaller": Spaniens Banken brauchen keine Kapitalspritzen"

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  • keine Bank in Europa braucht Kapitalspritzen, weil sie schon seit Lehman ihre Schrottpapiere gegen sauberes Geld von der EZB eintauschen konnten. Und zur Not wird einfach mal die Bilanz so verändert, wie es passt. Abgesegnet von der korrupten diktatorischen Legislative.

    Leute, euer System ist am Ende!! Und die Insider wissen das. Ende des Jahres fliegen euch , eure Zettel und gefakten Bilanzen um die Ohren.

    Der Mob wartet schon auf euch!!

  • Das Theater um europäische Banken wird immer absurder. Aufgrund der vorgegebenen Parameter konnten nur wenige Geldhäuser den künstlichen „Stress“ nicht bestehen. Die Wahrheit: wenn’s stressig wird, sind alle bankrott. - Jeder, der Bankbilanzen lesen kann, weiß, dass der Point of no Return schon längst überschritten ist.

  • Wieder einmal eine Verdummung der Öffentlichkeit, denn die am 17.02.2009 veröffentlichten 18,2 Bio. Euro faule Kredite der europ. Banken (44 % ihrer Vermögenswerte) werden ja offensichtlich NICHT berücksichtigt, wie bereits beim letzten Stresstest der Banken!
    Das "Zinsspiel" ist aus!

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