Trotz großer Rücklagen: Lloyds will den Staat loswerden

Trotz großer Rücklagen
Lloyds will den Staat loswerden

Die Bank Lloyds erwartet weitere Schadenersatzzahlungen wegen unnützer Kreditausfallversicherungen. Die Briten legen mehr als zwei Milliarden Euro zurück. Trotzdem reicht der Gewinn, um den Staatsausstieg voranzutreiben.
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LondonMit einem kräftigen Gewinnplus in der Hinterhand will sich die britische Großbank Lloyds weiter aus der Obhut des Staates lösen. Dazu bereitet das in der Finanzkrise teilverstaatlichte Institut nach eigenen Angaben von Montag den Verkauf eines zweiten Pakets von Aktien im Regierungsbesitz vor. Für das vergangene Jahr wies Lloyds einen bereinigten Überschuss von 6,2 Milliarden Pfund aus. Das ist mehr als doppelt soviel wie 2012.

Allerdings macht der Bank weiterhin der Skandal um den Verkauf umstrittener Finanzprodukte zu schaffen. Dabei geht es vor allem um von vielen Kunden gar nicht benötigte Restschuldversicherungen. Für Entschädigungen stellte Lloyds dafür im vierten Quartal zusätzliche 1,8 Milliarden Pfund (2,2 Milliarden Euro) zurück. Die Anleger müssen nun länger auf die erste Dividende seit Oktober 2008 warten. Denn das Institut will nun erst im zweiten Halbjahr bei den Aufsichtsbehörden die Genehmigung für die Wiederaufnahme der Ausschüttungen an die Aktionäre beantragen. Anleger reagierten enttäuscht: Sie hatten auf eine Dividende schon für 2013 bei der Bilanzvorlage am 13. Februar gehofft. Die Aktie gab 2,7 Prozent nach.

Fünf Jahre nach der Lloyds-Rettung hatte die Regierung im September ihren Ausstieg eingeläutet. Sie nahm mit dem Verkauf eines ersten Anteils von sechs Prozent 3,2 Milliarden Pfund ein. Bis zur Wahl 2015 will sie sich komplett aus der größten Privatkundenbank des Landes zurückziehen. Der Staat hatte Lloyds mit einer Geldspritze von rund 20 Milliarden Pfund gerettet und hielt zuletzt noch 33 Prozent.

Vergangene Woche hatte bereits die Royal Bank of Scotland (RBS) angekündigt, 3,1 Milliarden Pfund für Regressforderungen von Kunden zurückzulegen. Sie gehört derzeit noch zu fast 81 Prozent dem Staat.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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