Trotz Krise Deutsche Bank erreicht 25 Prozent Rendite

Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal ihr langfristiges Ziel einer Eigenkapitalrendite von rund 25 Prozent vor Steuern voraussichtlich wieder erreicht. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Auch Bankchef Josef Ackermann machte deutlich, dass er das ehrgeizige Ziel nicht aus den Augen verloren hat – sehr zum Ärger der Politik.
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann: „Man kann es im Geschäftsleben nicht mit Absicht gemächlicher angehen lassen, nur damit alle mitkommen.“ Quelle: ap

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann: „Man kann es im Geschäftsleben nicht mit Absicht gemächlicher angehen lassen, nur damit alle mitkommen.“

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HB FRANKFURT. Einige Banken hätten das geschafft oder seien dem Ziel nahe gekommen, sagte Bankchef Josef Ackermann dem Handelsblatt dazu am Rande einer Veranstaltung. Die Bank, die am Dienstag in Frankfurt ihr Ergebnis für die ersten drei Monate vorlegt, reiht sich damit in die Liste jener internationalen Großbanken ein, die in den vergangenen Tagen bereits überraschend positive Ergebnisse vorgelegt haben. Zuletzt hatte die Credit Suisse mit einer Eigenkapitalrendite von 22,6 Prozent für Beifall bei Analysten und Börsianer gesorgt. Die Deutsche Bank selbst hatte zuletzt im Jahr 2007 eine Eigenkapitalrendite von 24,1 Prozent vor Steuern erreicht, nach Steuern lag der Wert bei 17,9 Prozent. Nach einem Rekordverlust im vergangenen Jahr sehen Analysten bislang im Schnitt für das erste Quartal wieder einen Gewinn nach Steuern von rund 800 Mio. Euro.

Die Bank, die als eine der wenigen Banken in Deutschland bisher keine direkten Hilfen vom Staat erhalten hat, verteidigt ihr anspruchsvolles Ziel: „25 Prozent Eigenkapitalquote, wohlgemerkt vor Steuern, ist lange Zeit das gewesen, was die Besten der Welt erreicht haben“, sagte Ackermann. „Und zwar, anders als oft behauptet wird, ohne übermäßige Risiken einzugehen.“ In der Krise sei das natürlich schwerer geworden, fügte er hinzu, wobei er deutlich machte, dass das für ihn kein Grund sei, von seinen Vorstellungen abzurücken. Mit Blick auf die eigenen Zahlen, die er am Dienstag präsentiert, fügte er hinzu: „Man kann es im Geschäftsleben nicht mit Absicht gemächlicher angehen lassen, nur damit alle mitkommen.“

Bei Politikern und Bankexperten stoßen diese Äußerungen auf Widerspruch. Sie sehen darin genau jene überzogene Renditeansprüche, die als ein Auslöser für die Finanzkrise und derzeitige Rezession gelten. Erinnerungen an Ackermanns Aussage nach Bekanntgabe des ersten Bankenrettungspakets werden wach. Der Deutsche-Bank-Chef hatte damals in einer internen Veranstaltung eine Annahme von Staatsgeld für sein Institut mit den Worten ausgeschlossen, er würde sich schämen, so etwas zu tun.

Jetzt reagieren Politiker jeglicher Couleur erneut sehr kritisch: „Ackermann trägt eine Mitverantwortung für die Verfolgung überzogener Renditeziele“, sagte beispielsweise der SPD-Fraktionsvize Joachim Poß dem Handelsblatt. Das habe zusammen mit Fehlanreizen in der Managervergütung in diese Krise geführt. „Wenn Ackermann jetzt einfach bei dieser Sichtweise bleibt, zeigt dies, dass er aus dieser schweren Krise zu wenig gelernt hat. Als wichtiger Repräsentant der deutschen Kreditwirtschaft ist er damit nicht länger geeignet“, meinte Poß und forderte den Rücktritt des Bankchefs. Ähnliches Unverständnis äußerten andere darüber, dass Ackermann inmitten einer Finanzkrise „ambitiöse Renditeziele“ ausrufe.

Deutschlands Nummer zwei unter den Banken, die vom Staat unterstützte Commerzbank, legt erst am 8. Mai ihre Zahlen vor und wollte sich nicht zu Ackermanns Aussagen äußern. Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hat jedoch mehrfach betont, dass er sinkende Renditen für nötig hält: „Wir haben aus der Krise gelernt, dass wir stärker auf Risiken achten und das Risikomanagement verbessern müssen. „Das kann am Ende auch bedeuten: weniger Gewinne." Die Banken müssten ihren Anlegern deutlich machen, dass höhere Renditen eben auch höheres Risiko bedeuteten: „Ich setzte auf die Vernunft der Investoren."

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