Trotz Milliardengewinns: Commerzbank zahlt dem Staat noch keine Zinsen

Trotz Milliardengewinns
Commerzbank zahlt dem Staat noch keine Zinsen

Die Commerzbank hat für gleich zwei positive Überraschungen gesorgt: Mit 1,4 Milliarden Euro fiel der Nettogewinn hoch aus. Zudem will das Institut einen Teil der Staatshilfe rasch zurückzahlen.
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FrankfurtDie Commerzbank gibt nach der Rückkehr in die Gewinnzone den Startschuss zur Rückzahlung der Milliardensummen, mit denen sie der Staat in der Finanzkrise gerettet hat. "Wir wollen die Stillen Einlagen des (Bankenrettungsfonds) Soffin bereits 2011 um einen signifikanten Betrag zurückführen", kündigte Vorstandschef Martin Blessing am Mittwoch an. Experten erwarten den ersten großen Schritt zum Abbau der Hilfen von insgesamt 18,2 Milliarden Euro spätestens für den Sommer. Dank des überraschend schnellen Aufschwungs in der deutschen Wirtschaft hat die Commerzbank im vergangenen Jahr mit 1,43 (2009: minus 4,54) Milliarden Euro netto mehr verdient als erwartet.

Für das laufende Jahr machte Blessing den Anlegern und dem Staat Hoffnung. Das operative Ergebnis werde deutlich über dem des vergangenen Jahres liegen, versprach er. An der Börse kamen die Zahlen zunächst gut an: Zum Handelsstart lag die Aktie mit rund einem Prozent im Plus und gehört damit zu den größten Gewinnern im Dax.

Experten trauen der Bank im Schnitt 2,3 Milliarden Euro zu. "Es ist auch unser Anspruch, die Stillen Einlagen des Soffin für 2011 zu bedienen", sagte Blessing. Nach einer Teil-Rückzahlung dürften die Zinsen allerdings deutlich geringer ausfallen. Für das kommende Jahr hat die Bank einen operativen Gewinn von vier Milliarden Euro angekündigt. "Unsere Ziele für 2012 sind bereits in Reichweite" sagte Blessing und kündigte darüber hinaus weiter deutlich steigende Gewinne an. "Und wir werden auch alles daran setzen, dass der Bund sein Engagement insgesamt positiv abschließt."

Commerzbank in Zahlen 20102009
Bilanzsumme (in Mrd. Euro)754844
Operatives Ergebnis (in Mio. Euro)1386-2270
Konzernergebnis (in Mio. Euro)1430-4537
Ergebnis je Aktie (in Euro)1,21-4,40
Operative Eigenkapitalrendite4,5-8,0
Kernkapitalquote (in Prozent)11,910,5
Anzahl Mitarbeiter59.10162.671

Im vergangenen Jahr profitierte die Commerzbank vor allem von einer sinkenden Risikovorsorge, die nach der Rezession mit 2,5 Milliarden Euro um 1,3 Milliarden geringer ausfiel als vor einem Jahr vorhergesagt. 2011 sollen es maximal 2,3 Milliarden werden.

Aushängeschild bleibt das Geschäft mit dem Mittelstand, in dem die Bank mit 1,6 (0,6) Milliarden Euro so gut abschnitt wie noch nie. Das Privatkundengeschäft wirft trotz eines Bestands von elf Millionen Kunden dagegen mit 48 Millionen Euro wenig ab, im vierten Quartal rutschte es in die roten Zahlen. Nun soll der neue Spartenchef Martin Zielke die Wende schaffen. Finanzchef Eric Strutz erwartet hier im zweiten Halbjahr positive Effekte aus der Integration der Dresdner Bank. Das unter Asset Based Finance (ABF) zusammengefasste Geschäft mit Immobilien- und Schiffskrediten lastet auf der Bilanz: 2010 wuchs der Verlust auf 1,3 (0,8) Milliarden Euro.

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  • Ich war lange im Kreditgeschäft tätig und kann meinen Vorrednern nur recht geben: Der Fehler liegt hier in der Vereinbarung, die das Ministerium hier vorgenommen hat! Insofern kann ich die Aufregung der Politiker nur bedingt nachvollziehen. Man hätte bei der Übernahme der stillen Beteiligung formulieren müssen, dass die Zinsen dann fällig werden, wenn entweder nach HGB oder IFRS Gewinne anfallen. Grundsätzlich sollte auch den Ministerien bekannt sein, dass eine HGB-Bilanzierung idR zu geringeren Gewinnausweisen führt. Zweitens hätte man eine Klausel aufnehmen müssen, dass die Zinsen, die in einem Jahr möglicherweise gestundet werden müssen, in guten Jahren nachzuzahlen sind ("Besserungsschein"). Dies ist im internationalen Geschäft durchaus üblich. Jetzt beschwert man sich für handwerkliche Fehler, die man im Ministerium gemacht hat.

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