Trotz Pimco-Krise
Allianz-Anleger im Glück

Bei der Allianz-Tochter Pimco sieht es derzeit nicht gut aus, Anleger haben bereits Milliarden von der Fondgesellschaft abgezogen. Dennoch hatte der Versicherungskonzern gute Nachrichten für seine Aktionäre.
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München/FrankfurtEuropas größter Versicherer Allianz strotzt nach einem überraschend starken Sommerquartal vor Zuversicht. Auch nach den milliardenschweren Mittelabflüssen beim konzerneigenen Vermögensverwalter Pimco sieht der Vorstand einen operativen Gewinn von 10,5 Milliarden Euro für dieses Jahr in Reichweite, wie der Dax-Konzern überraschend am späten Donnerstagabend mitteilte.

Im dritten Quartal glich ein Gewinnzuwachs im Versicherungsgeschäft den Rückgang in der Vermögensverwaltung mehr als aus. Der operativen Gewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 2,65 Milliarden Euro. Der Überschuss legte sogar um elf Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu.

Der Allianz sind die meisten zum Verkauf stehenden Versicherer zu teuer geworden. Der Markt habe sich von einem Käufer- zum Verkäufermarkt entwickelt, sagte Finanzvorstand Dieter Wemmer am Freitag in einer Telefonkonferenz. Verkäufer könnten derzeit exorbitante Preise erzielen, „für die Käufer sind diese Preise uninteressant“, sagte Wemmer. Die Allianz hat 20 Prozent ihres Nettogewinns für Zukäufe reserviert. In diesem Jahr sei das Budget aber bei weitem nicht ausgeschöpft, sagte Wemmer. Künftig sollen ungenutzte Teile dieses Budgets alle drei Jahre an die Aktionäre verteilt werden.

An Zukäufen gehindert werde der Versicherer dadurch nicht, sagte Wemmer. Übersteige ein attraktives Zukaufsobjekt dieses Budget, könne die Allianz immer noch den Finanzmarkt anzapfen. Das sorge für Kapitaldisziplin.

Deutlich steigende Dividenden

Den Allianz -Aktionären winken in den nächsten Jahren deutlich steigende Dividenden. Europas größter Versicherungskonzern will künftig die Hälfte des Nettogewinns an die Anteilseigner ausschütten, sinkende Dividenden soll es nicht mehr geben, wie das Unternehmen am Donnerstagabend in München mitteilte.

Bisher hatte der Versicherer in der Regel 40 Prozent des Gewinns ausgeschüttet, 2013 waren das 5,30 Euro je Aktie. Außerdem sollen für Zukäufe reservierte Gelder, für die der Konzern keine Verwendung findet, alle drei Jahre ebenfalls an die Aktionäre ausgekehrt werden. Die Allianz reagiert damit auf ständige Forderungen von Fondsmanagern und Analysten, eine forschere Dividendenpolitik zu betreiben.

Selbst wenn der Nettogewinn bei 6,3 Milliarden Euro stagnieren würde, ergäbe sich aus der neuen Marschroute für 2014 eine Dividende von mindestens 6,60 Euro. Das ist deutlich mehr als von Analysten erwartet.

Nach neun Monaten lag der Gewinn mit 5,0 Milliarden Euro um 260 Millionen über dem Vorjahreswert. Für das operative Ergebnis, an dem die Allianz ihren Erfolg misst, geht Finanzvorstand Dieter Wemmer weiter davon aus, dass 10,5 Milliarden Euro in diesem Jahr in Reichweite sind. Das wären 400 Millionen mehr als 2013. "Unser unveränderter Ausblick sowie die neu eingeführte, mehrjährige Dividendenpolitik sind sichtbarer Ausdruck der Zuversicht des Managements für die Zukunft der Allianz", betonte Wemmer.

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