Trotz Schifffahrtskrediten
HSH Nordbank verspricht für 2014 Gewinn

Die Kernbank ist das fünfte Quartal in Folge profitabel, das macht die HSH Nordbank optimistisch. Im kommenden Jahr soll trotz der Schifffahrtskrise ein Gewinn übrig bleiben. Probleme macht die interne Abbausparte.
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HamburgDie kriselnde HSH Nordbank kommt im Kerngeschäft immer besser in Tritt. In der zur Fortführung bestimmten „Bank für Unternehmer“ habe das Institut in den ersten neun Monaten einen Vorsteuergewinn von 139 Millionen Euro gemacht, teilte der Vorstand am Freitag in Hamburg mit. Damit sei die Kernbank das fünfte Quartal in Folge profitabel, freute sich Vorstandschef Constantin von Oesterreich am Freitag in Hamburg bei der Vorlage der Zwischenbilanz. Auf Basis dieser Erfolge zeigte sich das staatlich gestützte Institut zuversichtlich, dass die EU das Geschäftsmodell der HSH nicht durchfallen lassen werde.

Die HSH Nordbank muss sich einem EU-Prüfverfahren unterziehen, seit die Eigner Hamburg und Schleswig-Holstein ihren Schutzschirm von sieben wieder auf zehn Milliarden Euro aufgespannt haben. Mit dem Abschluss des Verfahrens rechnet die HSH frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2014.

Während sich die Kernbank berappelt, steckt die Abbaubank, in der die Landesbank riskante Geschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise eingelagert hat, weiter tief in den roten Zahlen. In den ersten neun Monaten häufte die interne Bad Bank vor Steuern 271 Millionen Euro Verlust an. Dadurch schrieb der Bankkonzern insgesamt nach neun Monaten einen Vorsteuerverlust von 132 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte ein kleiner Gewinn von 23 Millionen zu Buche gestanden, der allerdings durch Sondererträge zustande kam.

Der Gewinn der Kernbank wäre höher ausgefallen, wenn nicht erneut hohe Rückstellungen für Schiffskredite angefallen wären. Wegen der Dauerkrise der Seeschifffahrt, in der die HSH nach wie vor führend ist, legte die Bank 486 Millionen Euro an Vorsorge für drohende Kreditausfälle zur Seite, knapp 30 Millionen mehr als vor Jahresfrist. Mit einer Erholung der Schifffahrt, die unter Überkapazitäten und hohen Treibstoffkosten leidet, rechnet das Bankmanagement nicht vor 2015.

Bis dahin will die HSH Nordbank dank Einsparungen und guter Geschäfte im Bereich Firmenkunden, Immobilien und erneuerbare Energien längst Gewinne abwerfen. „Für das Jahr 2014 peilen wir die Rückkehr in die Gewinnzone an“, kündigte von Oesterreich an. Vor drei Monaten war der HSH-Chef noch deutlich vorsichtiger. Da hatte er im Gespräch mit Reuters angesichts der hohen Gebühren für die aufgestockte Staatsgarantie einen Verlust für 2014 nicht ausgeschlossen.

Während sich damit für das nächste Jahr ein Hoffnungsschimmer auftut, blickt die HSH im laufenden Jahr nach wie vor in ein tiefes Loch. Das Management rechnet mit einem Konzernverlust "im deutlichen dreistelligen Millionenbereich". Nach neun Monaten lag der Fehlbetrag bereits bei 104 (Vorjahr: minus 41) Millionen Euro. Für den staatlichen Schutzschirm kassierten die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein in diesem Zeitraum Gebühren von 279 Millionen Euro. Seit der Rettung Anfang 2009 hat die Bank damit für Staatshilfen Prämien und Gebühren von rund 3,1 Milliarden Euro gezahlt.

Die Schifffahrtskrise hat auch die Norddeutsche Landesbank (NordLB) fest im Griff, die am Donnerstag ihre Zahlen präsentierte. Das Institut legte in den ersten neun Monaten deutlich mehr Geld für ausfallgefährdete Kredite zurück, der Gewinn ging in der Folge um gut ein Fünftel auf 112 Millionen Euro zurück. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft schoss bei der drittgrößten deutschen Landesbank in den ersten neun Monaten vor allem wegen Schiffsdarlehn um 82 Prozent auf 642 Millionen Euro nach oben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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