Trotz Schifffahrtskrise

HSH Nordbank schreibt schwarze Zahlen

Die Vorsorge für ausfallgefährdete Schiffskredite steigt stark an. Doch durch die Ländergarantie ist die HSH Nordbank relativ gut abgesichert. Dennoch soll das Institut verkauft werden.
Die HSH Nordbank muss auf Druck der EU-Kommission bis 2018 verkauft werden. Quelle: dpa
HSH Nordbank in Hamburg

Die HSH Nordbank muss auf Druck der EU-Kommission bis 2018 verkauft werden.

(Foto: dpa)

BerlinDie angespannte Lage auf den Schifffahrtsmärkten macht der HSH Nordbank weiterhin zu schaffen. Der Vorsteuergewinn verringerte sich in den ersten sechs Monaten um 23 Prozent auf 171 Millionen Euro. Ein stärkerer Einbruch wurde vermieden, weil die Risikovorsorge auf alte Schiffskredite durch Garantien der Mehrheitseigner Schleswig-Holstein und Hamburg aufgefangen wird. Sonst wären die Schleifspuren deutlich ausgefallen, denn die Netto-Risikovorsorge stieg im ersten Halbjahr von 119 Millionen Euro auf 520 Millionen Euro. Trotz des Drucks durch Dauerniedrigzinsen erwartet Vorstandschef Stefan Ermisch auch konzernweit 2016 ein positives Ergebnis.

Über eine ähnliche Entwicklung bei den Schiffskrediten berichtete gestern bereits die NordLB. Durch eine Verfünffachung der Risikovorsorge maßgeblich für Schiffskredite auf eine Milliarde Euro rutschte der andere große Schiffsfinanzierer in Deutschland in die roten Zahlen. Die dauerhaft niedrigen Frachtraten bringen immer mehr Reeder in Bedrängnis. Sie können häufig weder Zins noch Tilgung leisten. Das Risiko, dass die Kredite ausfallen, nimmt zu. Die Schifffahrtskrise geht mittlerweile in das achte Jahr.
Zum 30.6. 2016 hat die HSH Nordbank bereits ein Portfolio notleidender Schiffskredite von fünf Milliarden Euro an eine Landesgesellschaft übertragen. Dafür erhielt sie den von der EU-Kommission festgesetzten Preis von 2,4 Milliarden Euro. Die Verluste in Höhe von 2,6 Milliarden Euro werden durch die Garantie der Länder verrechnet. Die Garantie hat die Bank nicht zum Nulltarif bekommen. Seit 2009 zahlte die Bank bislang 2,8 Milliarden Euro Garantiegebühren an die Eigner, die erfolgswirksam verarbeitet wurden.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

Der Druck auf die HSH Nordbank wird in den kommenden Monaten zunehmen. Denn nach den Auflagen der EU-Kommission für genehmigte Beihilfen muss die Bank bis Anfang 2018 verkauft sein – sonst droht die Abwicklung. Der Verkaufsprozess wird Anfang 2017 starten – auf Basis der Geschäftszahlen für 2016. Hamburgs Finanzsenator Peter Tschenscher sieht die Zukunft der HSH Nordbank im Landesbankensektor. „Es gibt dafür eine Plausibilität“, urteilte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. An der Attraktivität der Bank muss der Vorstand allerdings noch feilen.

  • fmd
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