Trotz Stellenabbau
Commerzbank will ältere Mitarbeiter halten

Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus streicht fast jede neunte Stelle. Ausnahmsweise müssen ältere Mitarbeiter aber nicht um ihren Job bangen. Denn Personalvorstand Ulrich Sieber setzt auf Erfahrung.
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FrankfurtDie Commerzbank will bei dem jüngst beschlossenen Abbau von rund 5200 Stellen ältere Mitarbeiter verschonen. „Wir brauchen Erfahrungswissen, deshalb wollen wir auch ältere Mitarbeiter im Unternehmen halten“, sagte Personalvorstand Ulrich Sieber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Abfindungsregeln für langjährige Mitarbeiter seien daher weniger attraktiv als in früheren Programmen.

Der Vorstand hat dem Bericht zufolge den gerade unterschriebenen Sozialplan entsprechend justiert, um eine „ausgeglichene Altersbalance zu halten“. Gegenüber bisherigen Sparprogrammen werde der Abschied für langjährige Mitarbeiter weniger lukrativ. „Sie erwarten als Kunde, dass auch erfahrene Berater in der Filiale sitzen“, sagte Personalvorstand Sieber.

Da die Bank in dem Interessenausgleich mit dem Betriebsrat auf betriebsbedingte Kündigungen verzichte, nehme sie umgekehrt für sich in Anspruch, frei zu entscheiden, wen sie gehen lasse und wen nicht. „Es gilt das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit“, erklärte Sieber.

Deutschlands zweitgrößte Bank hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass in den kommenden dreieinhalb Jahren jede neunte der 45.000 Vollzeitstellen im Konzern abgebaut wird. Im deutschen Kerngeschäft fallen bis zum Jahr 2016 allein 3900 Stellen weg, zugleich sollen aber rund 1000 an anderer Stelle neu geschaffen werden, etwa in der profitablen Mittelstandsbank. Am stärksten betroffen ist das Filialgeschäft, in dem allein 1800 der 12.000 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Trotz Stellenabbau: Commerzbank will ältere Mitarbeiter halten"

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  • gebe dir Recht

  • was in aller Welt spricht dagegen solche Unternehmen ganz geregelt in den Konkurs gehen zu lassen.....Einlagen sind ja gesichert....Anleihen sind das dem Anleger bekannte Risiko

  • Jedes Aktienunternehmen muß Profit machen, damit 1. die Mitarbeiter eine gesicherte Zukunft haben und 2. die Aktionäre bereit sind in dieses Unternehmen zu investieren. Ein Unternehmen in Schieflage muß deswegen schnellstens die Kostenstruktur anpassen und das Geschäftsmodell überprüfen und ggf. neu ausrichten. Kein Großunternehmen kann sich erlauben in einer solchen Schieflage 5 Jahre Zeit zu verlieren mit neuen Geschäftsmodellen ohne die Grundkostenstruktur anzupassen. Dies ist der Vorwurf an die Commerzbank, denn man hätte in diesen Jahren sozial schonend schon die Personalkostenstruktur anpassen können. Die freigesetzten Mitarbeiter hätten in dem Zeitraum von 2008-2013 problemlos alternative Arbeitsplätze finden können. Die Frage lautet deswegen: hat nur der Vorstand der CoBa versagt oder hat die Politik interveniert und damit zur Blockade geführt?

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