TV-Kritik Maybrit Illner Das Gespenst der Banken-Krise lässt grüßen

Wer rettet die Deutsche Bank, sollte sie ins Straucheln kommen? Diese Frage stellten sich die Gäste bei Maybrit Illner am Donnerstag. Ideen dazu gab es genug. Doch was ist, wenn sich die Bank nicht helfen lassen will?
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Nach „Hart aber fair“ (ARD) zum Wochenanfang, war auch bei „Maybrit Illner“ (ZDF) die Lage der Finanzwelt das Diskussionsthema. Quelle: dpa
Bankenhochhäuser in Frankfurt

Nach „Hart aber fair“ (ARD) zum Wochenanfang, war auch bei „Maybrit Illner“ (ZDF) die Lage der Finanzwelt das Diskussionsthema.

(Foto: dpa)

Der spießige Weltspartag bekommt in diesem Jahr etwas Aufregendes, ja, beinahe Gefährliches: Das Gespenst einer Bankenkrise ist wieder da. Am liebsten spukt es durch die deutsche Talkshow-Landschaft.

So diskutierte am Montag ARD-Moderator Frank Plasberg bei „hart aber fair“ darüber, ob sich die Banken und Sparkassen auf Kosten der Kunden selber retten. Am Donnerstag zog dann das ZDF nach: „Gier statt Reue – kommt die Bankenkrise zurück?“, fragte Moderatorin Maybrit Illner die Zuschauer und Gäste ihrer Show.

Allerdings fuhr zuvor das größte Krisen-Schreckgespenst, die Deutsche Bank, Illner mit guten Zahlen in die Parade. 278 Millionen Euro Gewinn habe man im dritten Quartal dieses Jahres gemacht, gab das Geldhaus am Donnerstag bekannt – ein Mini-Punkt zugunsten des Deutsche-Bank-Sprechers Jörg Eigendorf, der sich an diesem Abend ziemlich oft verteidigen musste.

Ja, man habe Fehler gemacht, ja, die Deutsche Bank sei in zu vielen riskanten Geschäften drin gewesen – und ja, das Team um Vorstandschef John Cryan arbeite daran, das Geldhaus von den Rechtsfolgen der krummen Geschäfte frei zu schaufeln. Selbst die Bilder von Schweinen am Futtertrog, denen Aufnahmen von Ackermann, Fitschen und Jain folgten, ließ Eigendorf unkommentiert. Soweit so langweilig.

Spannender waren da die „Was-wäre-wenn“-Fragen, denn diese sorgten erst für den nötigen Gruselfaktor in der Diskussion – zumindest in der Theorie. Dass die Deutsche Bank noch nicht wirklich vor dem Kollaps steht, darüber waren sich die Teilnehmer – mit Ausnahme Lafontaines – einig.

„Die Deutsche Bank hat kein Liquiditätsproblem und kein Solvenzproblem”, sagte CNBC-Journalistin Carolin Roth. Und nein, auch wenn viele Marktteilnehmer das oft fragen würden, es sei auf keinen Fall so wie damals, als die US-Bank Lehman Brothers Pleite ging. Finanzinvestor Rainer Voss pflichtete ihr bei: „Wir müssen nicht darüber reden, dass die Deutsche Bank umfällt”, sagte er. Die Diskussion sei absurd.

Retter gäbe es genug
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13 Kommentare zu "TV-Kritik Maybrit Illner: Das Gespenst der Banken-Krise lässt grüßen"

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  • ..........noch nachgereicht.......Gequatsche......philosophieren......wissenschaftliche Thesen anreichen......Marktbilder zu vergangenen Zeiten heute aufzubauen......alles blödsinn.....es wird nix (nichts) passieren......die Schwimmwesten können abgelegt werden.......ja, dann was?.......nun, es wird ein unbemerkter Moment sein, an dem der Hund zu beißt......wenn sein Herrchen einen Baum ansteuert, um sein Geschäft zu machen. So war es immer.....und so wird es bleiben......
    also dann die Überraschung?......ja, die Überraschung......die unvorbereitete Vorbereitung......bedeutet.....jetzt schon ausziehen, und eine neue Wohnung beziehen.....

  • @Josef Schmidt: Ich sage doch, Volkswirtschaftslehre ist für die meisten Deutschen (wie neuerdings sogar für EZB-Vorsitzende) und nahezu jedes andere EU-Land ein Fremdwort. Aber auch daran geben wir der Deutschen Bank gern die Schuld. Feindbilder sind einfach so verlockend sexy ;-) "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute."

  • Na wenn die derzeitige Bankenlandschaft nicht das wahre Problem ist dann kann ich Ihnen für diese Erkenntnis nur noch gratulieren. Was sich daraus ableiten lässt möchte ich nicht mehr kommentieren.

  • @Josef Schmidt: Darum ging es gar nicht! Aber ziehen Sie sich ruhig weiter an der Deutschen Bank hoch und werden von den wahren Problemen beidseitig überrannt.
    Die Diskussionen bei Illner & Co. sind jedenfalls nur die einer ungebildeten Neidgesellschaft, die sich selbst abschafft, weil sie den Anschluß an die eigentlichen Themen verpasst (hat).
    Dazu mein herzliches Beileid!

  • Na wenn das so einfach ist warum macht die DB das was sich eine Kapitalerhöhung nennt ? Es werden sich bestimmt welche Idioten finden um noch einige Milliarden zu verbrennen. Wie hat das einer schon mal genannt ? Peanuts.

    Die besten Kunden laufen schon weg. Bei der DB läuft schon das Shutdown Programm. Die Commerzbank ist auch nicht besser dran. Fressen und gefressen werden.

  • @Volker Schwartmann: Wie viel zu selten, mal einem ähnlich denkenden Menschen zu begegnen.
    Wir Deutschen haben nämlich auch massivsten Nachholbedarf im Grundverständnis für Ökonomie und Volkswirtschaft., daneben auch kein Interesse, denn solange es noch für 2 x pro Jahr für Mallorca, die Doppelhaushälfte und einen Mercedes E-Klasse reicht, ist die Welt doch vermeintlich schwer in Ordnung und man übt sich in einer Mischung aus Desinteresse und Verdrängung.
    Die vielen Waldorfschulen und das Malen von "O´s" tun ihr Übriges und so siecht eine hochentwickelte Gesellschaft trotz Siemens, BMW, Allianz & Co. dahin ins Aus.
    Draghi ist der größe Raubritter, den die Welt sah und das auch noch trotz (oder doch gerade wegen) beginnender Senilität, denn wenn man seine starren Blicke verfolgt, zweifelt man stark daran, ob er noch geistiger Herr der Lage ist.
    Einen schönen und allseits guten Tag für Sie!!!

  • @Alessandro Grande

    Sehr gut auf den Punkt gebracht. Nur leider kapieren das 99,9% der deutschen Schlafschafe nicht, die ziehen sich weiter dämlich am Feindbild Deutsche Bank hoch. Und die Medien nehmen das dankend an.

    Natürlich wurde bei der DeuBa massenweise Mist gebaut. Die anderen Großbanken stehen da aber nicht nach. Die US-Banken werden einfach von der FED versorgt, die Schrottbuden in Italien werden von Draghi am Leben gehalten.

    FED, EZB und BoJ (aber auch die POC) halten die vermeintliche Party noch etwas am Laufen. Bisher schaffen sie das recht gut, Hut ab. Das Ende der Party ist dennoch klar, lediglich der Zeitpunkt ist noch offen.

  •  Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Es herrscht doch grundsätzliche Übereinstimmung darüber, dass die Deutsche Bank in der Vergangenheit große Fehler gemacht hat. Wer in der Sendung allerdings nach vorne geblickt und Handlungsbedarfe genannt hat, das war dankenswerterweise vor allem ein Politiker, nämlich Markus Söder. Er hat den Fokus auf die EZB und die inakzeptablen Auswirkungen ihrer geldpolitischen Geisterfahrt gerichtet. Zu Recht! Es ist die Zinspolitik der EZB, die die Bankenlandschaft in Deutschland unter Druck setzt. Dahinter steht allerdings ein grandioses Versagen der europäischen Politik. Niedrig-, Null- und Negativzinspolitik der EZB sind notwendig geworden, um der europäischen Politik nach der verfrühten Einführung des Euro Zeit zu geben, dessen Konstruktionsmängel zu beseitigen. Leider hat die Politik zumindest bislang auch diese „zweite Chance“ nicht genutzt. Grundlegende Reformen mit dem Ziel, wirtschaftliche Leistungskraft und finanzielle Stabilität in allen Euro-Ländern zu erreichen? Fehlanzeige! Vor allem sinkenden Ölpreisen war es über viele Jahre zu verdanken, dass Niedrigzinsen nicht mit Verlusten der realen Zinserträge einhergingen. Doch diese Phase dürfte jetzt vorüber sein. Wenn erst einmal die Preis-Lohn-Preis-Spirale in Bewegung kommt, könnte auf Dauer auch die soziale Stabilität ins Wanken kommen. Und das dürfte dann nicht einmal mehr Herrn Draghi gefallen. Und vielen Politikern, die gerne von einer Entpolitisierung der Politik profitiert haben, droht jetzt ein rauer Gegenwind. Schön, dass es auch Politiker wie Markus Söder gibt, die frühzeitig auf Fehlentwicklungen aufmerksam gemacht haben, die die Dinge beim Namen nennen und Lösungsstrategien haben!

  • .............je mehr Getöse.....je weniger wird passieren.....es wird....wenn es wirklich so weit sein sollte.....die Reparatur-Abteilung angerufen......frisches neues Geld wird zur Verfügung gestellt....so wird es kommen.....und nicht ......weil man nicht will, das der "Laden Europa" zum Amtsgericht geht.....um den Konkurs anzumelden......oder....oder....es müßte schon etwas Extremes.....noch völlig Unbekanntes auf`s Tablo kommen.....und alles durcheinander wirbeln.......
    .....evtl. Trump?......ggf.....steht doch garnicht fest, daß Frau Clinten das Rennen macht.....aber selbst dann.....wird man dafür sorgen, daß die Märkte in ihren Stellungen bleiben.......

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