TwentyFour Asset Management
Vontobel kauft britische Anleihen-Experten

Lange hat Vontobel nach Übernahmezielen Ausschau gehalten, nun ist die Bank fündig geworden: Die Schweizer kaufen TwentyFour Asset Management und bauen ihr Fonds-Geschäft aus. Doch damit sind sie noch nicht zufrieden.
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ZürichDie Bank Vontobel wagt erstmals seit sechs Jahren einen Zukauf. Mit der Übernahme des britischen Anleihen-Experten TwentyFour Asset Management baut das Institut sein Fonds-Geschäft aus. Doch damit geben sich die Schweizer noch nicht zufrieden. Im Visier steht auch der ehemalige WestLB-Bereich Meriten Investment Management, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Sollte Vontobel beide Transaktionen durchziehen, steigen die verwalteten Vermögen im Geschäft mit Fonds und professionellen Anlegern wie Pensionskassen um rund ein Drittel.

Jahrelang hat Vontobel nach Übernahmezielen Ausschau gehalten, nun ist die Bank endlich fündig geworden. Das Geldhaus übernimmt 60 Prozent an TwentyFour, längerfristig ist eine Vollübernahme geplant. Angaben zum Preis machten die Firmen keine. Einem Analysten zufolge werden bei solchen Transaktionen jeweils rund ein Prozent der verwalteten Vermögen bezahlt. Die Londoner kommen insgesamt auf verwaltete Vermögen von 4,4 Milliarden Pfund (sechs Milliarden Euro).

Die schnell wachsende Firma beschäftigt zehn Partner und 31 weitere Angestellte und konzentriert sich neben einer breiten Palette an Anleihen-Anlagen auf forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities). Angesichts der rekordtiefen Zinsen suchen viele Anleger derzeit händeringend nach Anlagen, die überhaupt noch etwas abwerfen, und scheuen deshalb auch vor exotischeren Produkten nicht zurück. Vontobel war bisher vor allem bei Aktien-Fonds stark.

Die Eidgenossen führen aber auch mit der Bank of New York Mellon Gespräche über den Kauf der deutschen Meriten Investment Management. Die Düsseldorfer verwalten in Renten-, Aktien- und gemischten Fonds insgesamt rund 24,5 Milliarden Euro. Kommt der Deal zustande, kann Vontobel die Kundengelder auf einen Schlag kräftig steigern. Ende 2014 beliefen sich die verwalteten Vermögen der Bank auf insgesamt 124 Milliarden Franken, davon 88 Milliarden im Asset Management.

Auch dann wären die Reserven der Schweizer noch nicht ausgeschöpft. Vontobel könne sich weitere Zukäufe leisten, ohne neue Mittel aufzunehmen zu müssen, erklärte Konzernchef Zeno Staub. Auch die Dividenden-Politik und die Finanzziele blieben unverändert. Weitere Zukäufe kann sich Vontobel neben dem Asset Management auch im Geschäft mit vermögenden Privatkunden vorstellen, das sich angesichts des nahenden Endes des Bankgeheimnisses derzeit konsolidiert. „Wir bleiben klar in der Lage, auf dem Schweizer Private Banking-Markt zu handeln“, erklärte Staub. Vontobel traue sich in dem Geschäft Zukäufe von Gesellschaften mit verwalteten Vermögen von bis zu 20 Milliarden Franken zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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