UBS-Verwaltungsratspräsident
Weber schießt scharf gegen die EZB-Politik

Für Axel Weber ist die Stabilität in Europa gefährdeter als von der EZB angenommen – eine Beruhigung kann er nicht erkennen. Die europäische Idee werde, so Weber, noch in diesem Monat entscheidend auf die Probe gestellt.

Frankfurt/MainDass Axel Weber kein Freund der aktuellen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Aber auf der Frankfurter Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ erreichte die Kritik des Verwaltungsratschefs der Schweizer Großbank UBS und des ehemaligen Bundesbankpräsidenten eine neue Qualität.

Während EZB-Chef Mario Draghi sich wenige Kilometer entfernt auf die geldpolitische Pressekonferenz der Notenbank vorbereitete, ging Weber mit der Zentralbank, aber auch und vor allem mit der europäischen Politik hart ins Gericht. 

Die Eurokrise sei noch lange nicht gelöst, vielmehr befinde sich die EU im „Auge des Hurrikans“. Die Lage sei dramatisch und ernst. Die aktuelle Beruhigung werde allenfalls bis zu den Wahlen in Griechenland anhalten. Im Vorfeld oder Nachgang zu den griechischen Wahlen könne es erneut zu Diskussionen kommen, ob das Land die gegebenen Zusagen einhalte, warnte Weber. Ohne grundlegende Strukturreformen werde sich die Lage in Europa nicht verbessern.

Mit ihrer ultralockeren Geldpolitik habe die EZB nur Zeit gekauft, damit die Politik endlich die seit langem nötigen tiefgreifenden Reformen angehen kann.

Aber die Politik vertändele diese Zeit, betonte Weber. „Ich glaube, die EZB wird sich irgendwann dazu durchringen müssen, die Unterstützung für die nicht nachhaltige Wirtschaftspolitik einzustellen. Sie muss notwendige Reformen anmahnen. Das haben wir früher getan, statt per Geldpolitik nur Zeit zu kaufen“, machte der ehemalige Notenbanker klar.

Er war 2011 aus Frust über die lockere Geldpolitik der EZB als Chef der Bundesbank zurückgetreten.

In den USA rechnet Weber mit einer baldigen Zinswende. „Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Fed im September in den Zinserhöhungszyklus einsteigt“, sagte der Banker.
Es sei höchste Zeit für eine Normalisierung der Geldpolitik.

Dabei sollte sich die US-Notenbank  nicht von den jüngsten Verwerfungen an den Börsen aufhalten lassen: „Die Fed muss aufpassen, dass sie nicht zum Gefangenen der Märkte wird.“

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„China wird der Markt der Zukunft sein“

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