Der Online-Bezahldienst der deutschen Banken, Paydirekt, ist kein Erfolg. Die Sparkassen dringen jetzt auf einen Umbau des Geschäftsmodells. Die Geburtsfehler des Dienstes können jedoch nur langsam behoben werden.

Kommentare

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  • @Herr Leo Löwenstein10.11.2017, 13:32 Uhr

    Auf den ersten Blick haben sie natürlich grundsätzlich recht. Da ist aber auch der Knackpunkt. Ja, und eben, BEI GLEICHER LEISTUNG. Diese ist aber von vorne bin hinten bei dem vaterländischen Produkt eben nicht gegeben. Und wird auch nie gegeben sein. Hierzu folgende Gründe und zugleich Gesetze der Moderne. Wir haben kein Anbietermarkt mehr sonder ein Käufermarkt. Sie können also nicht mehr einfach so etwas klonen (und das auch nocht total mies wie eben Paydirekt) und hoffen dass es dann automatisch angenommen wird. Der Kunde braucht das Zeug schlicht und einfach nicht. Oder kennen sie ein zweites Google, Amazon oder eBay, oder eben PayPal? Alternativen haben sie nur in einem Fall wenn sie zur gleichen Zeit gestartet waren und kulturell und räumlich von dem US Anbieter abgetrennt waren. Sonst passiert am Ende in einem "Markt-Raum" nach ein paar Jahren eine Bereinigung. Die letzte große war zb Yahoo welches eben gegenüber Google sich nicht behaupten konnte.

    Ein positives Beispiel aus Deutschland wie es eben geht aber eben nur so funktioniert ist MyTaxi.

    Und mal ein Satz zur Wertschöpfung. PayPal hat über die letzten Jahre, mittlerweile mehr als 10 wenn ich mich nicht irre, hier in Deutschland für ein unglaublich starkes exponenzielles Mehrwertwachstum gesorgt. Da sind die Transaktionsgebühren die dann ja zwar Teil der Wertschöpfungskette sind aber eben nach Irland gehen ein kleiner Tropen auf einem sehr heissen Stein.

    Und zum Datenschutz. Was nützt mir unser Datenschutz wenn unsere Unternehmen lahme Enten in dem Verwerten eben dieser Daten sind? Die Datenanalyse und die kreative (bitte unterstreichen) Wertschöpfung aus diesen sind der Entscheidende Wettbewerbsvorteil heute. Der notorische und dauerhafte Verweis auf den deutschen Datenschutz ist nur eine Sebsttäuschung, eine schöne Ausrede, und meistens ohne Belang weil eben das echte Problem nicht im Datenschutz liegt sondern in den Tag für Tag vergebenen Chancen

  • Neben dem Generieren von Einnahmequellen bietet PayDirekt für die Sparkassen noch den charmanten Vorteil, sich im Zweifelsfall darauf berufen zu können, dass laut AGB keinem Dritten Kontozugang zu ermöglichen ist, was aber durch Drittanbieter, die bislang Sofortzahlung verlangen, zum Kundennachteil im Schadenfall sein dürfte.

    Als Kunde muss man sich darauf einstellen, von seiner Sparkasse auf diese Bestimmung verwiesen zu werden.

  • „Ungünstig ist etwa, dass die teilnehmenden Banken ihre Kontakte zu den Unternehmen partout nicht aus der Hand geben wollen. (…) Um Paydirekt einzubinden, muss ein Online-Shop sich mit sieben sogenannten Banken-Konzentratoren einigen und die Konditionen aushandeln. Das nimmt Monate in Anspruch, manchmal sogar Jahre. Die Shops können sich zwar auch an …“

    Die Shops müssen gar nichts. Und dass der Preis für etwas umso höher steigt, je mehr daran mitverdienen wollen, ist doch eigentlich 'ne Binse, oder?

    Und wenn zu den immer noch wenigen Shops auch noch komplizierte Registrierungsprozesse und sonstige „Hürden“ kommen, das alles in Kombination mit einem anfänglichen „Minimalangebot“, wird Paydirekt für den Kunden – um den geht es ja schließlich – auch nicht gerade attraktiver.

  • @ Heinz Keizer

    Bargeld ist damit nach Ihrem Verständnis auch ideal für Straftäter.
    Also am besten ebenfalls verbieten, nicht wahr?? ;-) Die feuchten Träume der Orwell´schen staatlichen Totalüberwacher würden endlich Realität. Und das Allerbeste: geht eine Bank pleite und gibt es kein Bargeld mehr, dann sind Ihre Einlagen einfach weg.
    Sie outen sich damit als waschechter Etatist. Der Staat, den Sie so sehr anbeten, will jedoch immer mehr Regeln bzw. immer mehr Regulierung (nur dann kann er nämlich weiter wuchern) - und das Ende heißt: TOTALER STAAT.
    Ja, wenn Sie so wollen, bin ich - zumindest was das Geld betrifft - ANARCHIST, genauer: Anarchokapitalist, weil ich weiß, wohin staatlicher Zwang letztendlich führen wird - und weil FREIES MARKTGELD das effektivste Mittel ist, um Leviathan an die Kandare zu nehmen:
    "Wer Leviathan zähmen will, muss ihm sein Mastfutter - das beliebig vermehrbare Papiergeld - entziehen."
    http://forum.finanzen.net/forum/Staatsbankrott_und_Konkursverschleppung-t250965?page=0

  • @ Herr Helmut Metz10.11.2017, 12:49 Uhr

    Banken sind verpflichtet, geldwäscherelevante Vorgänge der Staatsanwaltschaft zu melden. Wenn Bitcoins u.a. nicht kontrolliert werden, sind sie die ideale Währung für Straftäter. Wenn es immer mehr "Währungen" gibt, trägt das auch nicht zur Sicherheit der Verbraucher bei. Grenzenlose "Freiheit" kann es auch nicht geben. Jedes Gemeinwesen und jeder Markt braucht Regeln, wenn Sie so wollen, Zwang. Alles andere wäre Anarchie. Ich sehe auch keinen "Grenznutzen" bei Bitcoins, sondern nur Spekulation. Außerdem glaube ich nicht, dass ich im Krisenfall auf meine Bitcoins zugreifen und im Inland ausgeben kann. Bafin warnt berechtigterweise vor Bitcoins.

  • Herr Alexander Felde - 10.11.2017, 10:32 Uhr

    Was ihnen in ihrer Argumentation entgeht. Paypal ist kein deutsches oder europäisches Unternehmen, sondern ein amerikanisches. Das bedeutet alle Daten werden nach amerikanischem Recht behandelt. Das Datenschutzgesetzt in Amerika ist lascher als lasch, quasi nicht vorhanden, dient es ausschließlich den Konzernen und deren Gewinnmaximierung aus den Daten.

    Deutsche Datenschutzgesetze sind deutlich strenger, insofern ist ein deutsches Unternehmen bei gleicher Leistung immer zu bevorzugen.
    Ausserdem bleibt die Wertschöpfung im Land. Damit Steuern etc.

  • @ Christian Körner
    "Vielleicht gibt es auch mal eine paydirekt Krypto-Währung im Block-Chain Verfahren? (ist das dann legal????? - einfach mal machen, dann verbietet es der Gesetzgeber endlich mal und damit auch BitCoins)"

    Die Zukunft heißt WETTBEWERB DER WÄHRUNGEN.
    Der Staat will dagegen keinen Wettbewerb - er will staatliches ZWANGSgeld.
    Wenn Sie Bitcoins verbieten wollen (was wegen ihrer Dezentralität jedoch nicht möglich ist - Sie müssten nämlich dann das Internezt komplett verbieten), dann wollen Sie also ZWANG statt Freiheit.
    Bei einem freien Wettbewerb der Währungen wird sich jedoch früher oder später das BESTE Tauschmittel durchsetzen (vielleicht auch mehrere), genauer: das Tauschmittel mit dem höchsten GRENZNUTZEN.
    Und jetzt schreibe ich hier mal, wo Bitcoins (mittlerweile) einen Nachteil gegenüber Online-Bezahldiensten von Banken haben: in der Anfangszeit konnte man mit Bitcoins beispielsweise einen Kaffee kaufen (wenn der Tauschpartner Bitcoins akzeptierte). Das kann man natürlich auch heute noch, nur sind die TRANSAKTIONSKOSTEN bei Bitcoins mittlerweile explodiert. Wenn Sie heute Ihren Kaffe mit Bitcoins bezahlen, dann kostet Sie der Kaffee statt beispielsweise €1,50 letztendlich sogar das dreifache.
    Die Ökonomen sagen dazu: für Mikrozahlungen nimmt der GRENZNUTZEN von Bitcoins besonders schnell ab.
    Dagegen sind die Online-Bezahldienste der Banken hier wesentlich günstiger (d.h. deren Grenznutzen nimmt weniger schnell ab).
    Im freien Wettbewerb der Kryptowährungen gibt es allerdings auch hier schon heute Alternativen zu Bitcoins, deren Transaktionskosten wesentlich geringer sind.

  • Preise für die Händler auf 0,8% fixieren.
    Anständig Werbung machen: Paydirekt ist sicher und die Daten gehen nicht ins Ausland!
    Vielleicht gibt es auch mal eine paydirekt Krypto-Währung im Block-Chain Verfahren? (ist das dann legal????? - einfach mal machen, dann verbietet es der Gesetzgeber endlich mal und damit auch BitCoins)

  • Wozu das ganze? es gibt ja schon paypal, warum sollte ein Kunde etwas was die gleiche Funktionalität hat und sonst keinen Mehrwert bietet sich antun?

    Die haben es immer noch nicht verstanden Innovation ist nicht Klonen, die Zeiten sind vorbei. Innovation wird auch nicht von oben verordnet, was hier der Fall ist. Innovation muss man selbst machen, und es bedeutet etwas zu analysieren, sich Gedanken dazu zu machen und einen höheren Nutzen dem Endkunden und natürlich auch den Shops zu bieten.

    Das beste Beispiel dazu wie so etwas geht ist denke ich Klarna. Die haben es eben anders gemacht als PayPal und haben ihre Marktnische auch besetzen können.

    Schade um die 107 Mio € ...den Betrag muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

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