Überblick Zehn Jahre nach der Finanzkrise – Das ist aus den Bear-Stearns-Top-Managern geworden

Bear Stearns wurde 2008 im Zuge der US-Bankenkrise vom Konkurrenten JPMorgan übernommen, um eine Insolvenz zu vermeiden. Das ist aus den Managern geworden.
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Vor zehn Jahren begann die Finanzkrise. Quelle: Reuters
Bear Stearns

Vor zehn Jahren begann die Finanzkrise.

(Foto: Reuters)

New YorkEs waren dramatische Tage im Frühjahr 2008. In nur wenigen Tagen wurde klar, dass Amerikas fünftgrößte Investmentbank allein nicht überleben kann. Am 16. März wurde ein Verkauf des damals 85 Jahre alten Instituts an JP Morgan beschlossen – mit Unterstützung der US-Notenbank Federal Reserve.

Mehr als die Hälfte der 14.000 Mitarbeiter verloren ihren Job. Der drastische Verfall des Aktienpreises traf jedoch alle bei Bear Stearns.

Die Mitarbeiter hielten rund 30 Prozent der Aktien.

Das Papier fiel von 170 Dollar im Frühjahr 2007 auf 2 Dollar. JPMorgan verbesserte das Übernahme-Angebot am Ende auf 10 Dollar pro Aktie – immer noch ein herber Abschlag.

Viele der damaligen Top-Manager jedoch sind heute in anderen, einflussreichen Positionen. Was aus ihnen geworden ist? Ein Überblick.

Alan Schwartz – der letzte CEO

Der langjährige Bear-Stearns-Manager übernahm erst im Januar 2008 den Chefposten, als die Investmentbank längst in Schieflage geraten war. Nach der Übernahme durch JP Morgan blieb er noch eine Weile an Bord, um den Übergang zu begleiten.

Im Juni 2009 wechselte er dann zur deutlich kleineren Investmentbank Guggenheim Partners aus Chicago und ist heute noch immer dort, in führender Funktion.

James Cayne – der Zocker

Cayne führte die Investmentbank 15 Jahre lang, bis Anfang 2008. Nachdem das Institut den ersten Quartalsverlust in der Geschichte melden musste, trat er zurück. Er blieb jedoch noch als Verwaltungsratschef bis zum Verkauf an JP Morgan an Bord. Ihm wurde vorgeworfen, zu viel Zeit mit Bridge-Turnieren und auf dem Golfplatz zu verbringen. Cayne war ein professioneller Bridge-Spieler, bevor er bei Bear Stearns anheuerte und widmete sich dem Kartenspiel auch nach seiner Zeit als Investmentbanker.

Sam Molinaro – der Finanzchef

Bis zuletzt hatte der damals 50-Jährige noch versucht, Bear Stearns‘ Investoren zu beruhigen. Doch auch der Finanzchef konnte den freien Fall der Aktie nicht aufhalten. Nach dem Verkauf von Bear Stearns wechselte Molinaro zunächst zu Breaver Stern Securities, einem Broker für komplexe Hypothekenanleihen. 2012 ging er zur Investmentbank der UBS und verantwortet dort das operative Geschäft.

So berichtete das Handelsblatt über den Beginn der Finanzkrise
Handelsblatt 17. März 2008 zur Finanzkrise
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Vorbilder für staatliche Bankenrettung gibt es auch 2008 bereits in ausreichender Zahl.

Handelsblatt 17. März 2008 zur Finanzkrise
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Das Beben, das durch die desolate Lage der Investmentbank Bear Stearns an der Wall Street ausgelöst wird, erreicht Europa.

Handelsblatt 17. März 2008 zur Finanzkrise
3 von 5

US-Anleger sind extrem verunsichert und fragen sich, in welcher finanziellen Verfassung die Wall-Street-Banken sind. Alle wissen: Bear Stearns ist nur das wackligste der Geldhäuser.

Handelsblatt 17. März 2008 zur Finanzkrise
4 von 5

Abgesegnet wurde der Rettungsplan für Bear Sterns von Ben Bernanke, dem damaligen Chef der US-Notenbank Fed. Koordiniert wurde die Rettungsaktion von Timothy Geithner, dem Fed-Chef in New York.

Handelsblatt 18. März 2008 zur Finanzkrise
5 von 5

Der Notverkauf von Bear Stearns an den Konkurrenten JP Morgan ruft neue Verunsicherung an den Finanzmärkten hervor: Es trifft vor allem den Aktienkurs der Investmentbank Lehman Brothers.

Michael Alix – der Risikomanager

Die Nachricht sorgte an der Wall Street für Kopfschütteln. Michael Alix, bis zuletzt Risiko-Vorstand bei Bear Stearns, wurde im November 2008 zu einem führenden Aufseher der regionalen Federal Reserve Bank in New York und überwachte fortan seine ehemaligen Kollegen. Dabei war es gerade das schlechte Risiko-Management, das Bear Stearns an den Abgrund geführt hatte. 2014 wechselte der zurück in die Privatwirtschaft. Er ist in führender Funktion bei der Unternehmensberatung PWC.

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