Übergangschef
UBS lässt die Finger nicht vom Investmentgeschäft

Braucht eine Bank unbedingt eine Vermögensverwaltung? Darüber diskutiert die Branche insbesondere in der Schweiz, nachdem die UBS von einer Milliarden-Bauchlandung erschüttert wurde. Jetzt äußert sich der Übergangschef.
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New York/ZürichDie Schweizer Großbank UBS hält an ihrer Vermögensverwaltung in den USA fest. „Noch einmal: Dieses Geschäft steht nicht zum Verkauf“, teilten der Verwaltungsratspräsident Kaspar Villinger und UBS-Übergangschef Sergio Ermotti am Montag in einer internen Notiz an die amerikanischen Mitarbeitern mit.

Zugleich stellten sie sich hinter den Chef der Sparte, Robert McCann. „UBS hält an der weiteren Entwicklung ihres Franchise-Geschäfts in diesem wichtigen Vermögensverwaltungsmarkt unter (McCanns) Führung fest.“

Die UBS wurde von einem milliardenschweren Handelsskandal erschüttert, der auch Führungswechsel nach sich zog. Nun will das Institut vor allem das Investmentbanking umbauen. Über eine Trennung von der US-Sparte wurde bereits häufiger spekuliert.

Eine Investmentbank ist nach Ansicht des Deutsche-Bank-Vorstandes Pierre de Weck keine zwingende Vorbedingung für das Vermögensverwaltungsgeschäft. „Aber wenn man es schon hat, dann sind eine Menge Synergien möglich“, sagte de Weck am Montag auf einem Euroforum-Kongreß zum Thema Private Banking in Zürich. Ob Schweizer Banken ein Investmentbanking brauchen, wird in der Eidgenossenschaft heiß diskutiert, seit ein Londoner Händler bei der UBS einen Verlust von 2,3 Milliarden Franken verursachte und Konzernchef Oswald Grübel am Wochenende seinen Hut nahm.

Andere Schweizer Banken glänzen auch ohne Investmentbanking

Dass es auch ohne Investmentbanking gehe, zeige in der Schweiz etwa die ausschließlich auf die Vermögensverwaltung konzentrierte Genfer Bank Pictet, sagte de Weck, der seit 2002 das Wealth-Management-Geschäft der Deutschen Bank leitet. Die Deutsche Bank verwaltet in der Sparte für reiche Kunden knapp 275 Milliarden Euro. Bevor er nach Frankfurt ging, war de Weck Mitglied der Konzernleitung der UBS.

Bei der Deutschen Bank komme etwa 30 Prozent des Neugeldes in der Vermögensverwaltung über die Investmentbank herein, die für 60 Prozent des Konzerns stehe, sagte de Weck. Im Zusammenspiel der beiden Sparten müsse aber das Geschäftsmodell stimmen. „Wenn man sich der Investmentbank unterwirft, kann man die Kunden nicht mehr unabhängig beraten“, erklärte er. Es gebe eine Menge Vorteile, aber auch Gefahren und Stolpersteine.

Die Deutsche Bank betreibt einen Teil ihres internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts von der Schweiz aus, wo die Bank in Niederlassungen in Genf, Lugano, Zürich und St. Moritz rund 50 Milliarden Franken verwaltet. Auch wenn Steuersündern nicht mehr durch das Schweizer Bankgeheimnis geschützt sind, wird das Land nach de Wecks Einschätzung auch in Zukunft eine führenden Rolle im grenzüberschreitenden Bankgeschäft spielen. Die politische Stabilität spiele gerade für Reiche aus aufstrebenden Ländern eine große Rolle.

Da habe die Schweiz einen Vorteil sogar gegenüber Singapur, das sonst in vielen Punkten gleichgezogen habe. „Ist Singapur politisch stabil? Auf lange Sicht kann man da geteilter Meinung sein“, sagte de Weck.

In der Europa gebe es Länder, die zum Teil wegen ihrer geringen Größe keine ausgereifte Vermögensverwaltungsindustrie hätten. „Der norwegische Reeder muss sein Geld fast zwangsläufig in der Schweiz oder in London verwalten lassen“, erklärte er. Die Schweizer sollen aber nicht der Vergangenheit nachhängen. Anstatt Geheimniskrämerei sollen die Schweizer die Qualität der Vermögensverwaltung wie etwa ausgefeilte EDV-Systeme in den Vordergrund stellen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Überschrift lässt mich an den Fähigkeiten des Autors und seinen Kenntnissen über Bankgeschäfte zweifeln. Investmentbanking ist etwas ganz anderes als Vermögensverwaltung. Im Artikel (und vor allem in der Überschrift) werden diverse Aussagen fröhlich zu einer sinnlosen Sosse vermixt

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