Überhöhte Preise bei Hypothekenanleihen Deutsche Bank zahlt erneut Millionenstrafe in den USA

Händler sollen Investoren in die Irre geführt haben, moniert die Börsenaufsicht. Auch andere Banken hatten deswegen schon Ärger.
Update: 13.02.2018 - 00:32 Uhr Kommentieren
Das Geldhaus soll Kunden in die Irre geführt und zu hohe Preise für hypothekenbesicherte Wertpapiere verlangt haben. Quelle: Reuters
Deutsche Bank

Das Geldhaus soll Kunden in die Irre geführt und zu hohe Preise für hypothekenbesicherte Wertpapiere verlangt haben.

(Foto: Reuters)

New YorkDie Deutsche Bank legt eine weitere Rechtstreitigkeit mit der US-Börsenaufsicht SEC bei. Das Geldhaus zahlt rund 4,5 Millionen Dollar an Strafen und Wiedergutmachungen, um eine Untersuchung über den Handel von hypothekenbesicherte Wertpapiere beizulegen.

Die Bank soll Kunden in den Jahren 2011 bis 2015 in die Irre geführt und ihnen zu hohe Preise für die Papiere abverlangt haben, so die Vorwürfe der SEC. Speziell geht es dabei um sogenannte Commercial Mortgage Backed Securities (CMBS), die durch Gewerbe- und Mehrfamilienimmobilien besichert sind, und neben Papieren, die durch private Wohnimmobilien besichert wurden, eine zentrale Rolle in der Krise gespielt haben.

Eine zentrale Rolle hatte dabei offenbar der frühere Chef des CMBS-Handels, Benjamin Solomon, der die Masche angetrieben haben soll. Die SEC wirft ihm vor, seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen zu sein. Die Bank habe keine angemessenen Compliance- und Überwachungssysteme gehabt, kritisiert die Börsenaufsicht. Das Institut trennte sich von Solomon bereits 2015. Er muss nun eine Strafe von 165.000 Dollar zahlen und darf ein Jahr lang nicht in der Wertpapierindustrie tätig sein.

„Die Bank hat bei der Untersuchung umfassend mit der SEC kooperiert und angemessene Disziplinarmaßnahmen getroffen. Dies beinhaltet in einigen Fällen die Beendigung des Arbeitsverhältnisses“, teilte die Deutsche Bank mit. Weder das Institut noch Solomon mussten ein Schuldeingeständnis ablegen.

Aus am Montag veröffentlichten Dokumenten der SEC geht hervor, wie die Händler falsche Angaben gegenüber den Kunden gemacht haben sollen. So soll ein Händler eine bestimmte Anleihe für 58,75 Dollar an einen Kunden verkauft haben. Als dieser den Preis drücken wollte, sagte er dem Kunden, dass die Bank das Papier selbst nur für 58,50 Dollar erworben habe, also nur einen Aufschlag von lediglich 25 Cent erhebe. Dabei hatte der Händler das Papier in Wahrheit lediglich für 58 Dollar gekauft.

Laut SEC habe die Bank in diesem Fall 187.500 Dollar verdient, 125.000 Dollar davon durch die falschen Angaben des Händlers. Solomon soll, als er davon erfuhr, nicht eingegriffen haben – im Gegenteil, er habe sichergestellt, dass sich niemand gegenüber dem Kunden verplappert, und sei dabei auf fruchtbaren Boden gestoßen. „Du verdienst es, Geld zu verdienen und ich verdiene es, bezahlt zu werden“, soll ein Mitarbeiter ihm entgegnet haben. Mittlerweile wurde das Geschäft weitgehend eingestellt.

Die Deutsche Bank ist nicht das einzige Geldhaus, das so ein System betrieben haben soll. Im Mai 2017 verklagte die SEC zwei führende Händler der japanischen Bank Nomura, die ebenfalls Preise für CMBS zu hoch angesetzt haben sollen.

Das deutsche Geldhaus ist in den USA nicht zum ersten Mal ins Visier von Aufsichtsbehörden geraten. Eine Buße in Höhe von 30 Millionen Dollar wurde der Bank erst Ende Januar auferlegt, die Aufsichtsbehörde CFTC warf ihr die Manipulation von Edelmetallpreisen vor. Zur Beilegung eines Rechtsstreits um fragwürdige Hyphotheken zahlte die Bank im vergangenen Jahr gar 7,2 Milliarden Dollar an US-Behörden.

Gerüchte, das Geldhaus könnte Staatshilfen in Anspruch nehmen müssen, trugen zusätzlich zum bereits angeschlagenen Ruf des Unternehmens bei. Unter Druck ist die Deutsche Bank in den USA auch wegen der Ermittlungen des Sonderermittlers Robert Mueller. Er untersucht die Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam mit Russland – und damit zusammenhängend die Finanzbeziehungen der Deutschen Bank zu Donald Trump.

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