Übernahme als Profitgeschäft: Endesa-Schlacht lohnt sich

Übernahme als Profitgeschäft
Endesa-Schlacht lohnt sich

Die lange Übernahme-Schlacht um Endesa hat viele Gewinner, aber nur einen klaren Verlierer: Angreifer Gas Natural. Während internationale Geldinsitute und Anwaltskanzleien finanziell immens profitierten, hadert das unterlegene Unternehmen mit dem Schicksal.

MADRID. Das spektakuläre Beispiel des spanischen Versorgers Endesa macht deutlich: Übernahmeschlachten lohnen sich nicht nur für die Aktionäre des angegriffenen Unternehmens, sondern sind auch ein äußerst attraktives Geschäft für Investmentbanken und Kanzleien. 200 Mill. Euro hat Endesa-Chairman Manuel Pizarro in die schon seit 17 Monaten dauernde Schlacht, die vor allem gegen den feindlichen Angreifer Gas Natural gerichtet war, investiert.

Ein großer Nutznießer dieser Entwicklung ist die Deutsche Bank, eine der sieben Beraterbanken von Endesa. Sie kassierte nicht nur wie Lehman Brothers, BNP Paribas, Citigroup, Morgan Stanley, JP Morgan und Merrill Lynch die laut Thomson Financial fälligen Gebühren über knapp 13 Mill. US-Dollar, sondern profitierte auch vom enormen Kursanstieg der Endesa-Aktie. Deren Wert hat sich seit Beginn der Schlacht mehr als verdoppelt. Mit dem Einstieg von Eon als weißem Ritter im Februar 2006 wurde der Kampf um die Eigenständigkeit von Endesa auf allen Banden gespielt: Um die Position von Eon zu stützen, kaufte die Deutsche Bank im vergangenen Jahr ein Aktienpaket von knapp fünf Prozent an Spaniens größtem Versorger, das sie inzwischen mit enormen Gewinnen fast wieder komplett abgestoßen hat.

Aber auch die sechs internationalen Anwaltskanzleien, die Pizarro zur rechtlichen Abwehr gegen die katalanische Vereinnahmung engagiert hat, haben enorm von der langwierigen und herausfordernden Schlacht profitiert, darunter laut Thomson Financial Clifford Chance und Sullivan & Cromwell. Etwas überraschend wurde keine einzige spanische Kanzlei unter Vertrag genommen. Vor drei Wochen führten die Experten im Fusionsgeschäft Pizarro endlich zum Sieg: Gas Natural zog seine Offerte für Endesa zurück, unter anderem wegen des „juristischen Risikos“.

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