Übernahme Bremer Landesbank
Neuer Chef will Risikomanagement anpacken

Deutliche Veränderungen plant der neue NordLB-Chef Bürkle nach der Übernahme der Bremer Landesbank – vor allem im Risikomanagement. Weitere Zukäufe wie etwa die HSH Nordbank schließt Bürkle aber vorerst aus.
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HannoverDer neue NordLB-Chef Thomas Bürkle will nach der Komplettübernahme der Tochter Bremer Landesbank durchgreifen. Das gesamte Institut habe nun die Chance, sich Prozesse und Abläufe „sehr deutlich anzusehen und auf Vereinfachungen, Begradigungen und Effizienzhebungen zu untersuchen“, sagte er am Dienstagabend bei einem Presseempfang in Hannover. Auch bei den Themen IT und Digitalisierung gebe es bei der drittgrößten deutschen Landesbank Nachholbedarf. „Da müssen wir noch besser werden.“

Der 63-jährige Risikochef wird Gunter Dunkel zum Jahreswechsel als Vorstandsvorsitzenden ablösen. Er ist mit einem Drei-Jahres-Vertrag ausgestattet und übernimmt die NordLB in unruhigen Zeiten. Im laufenden Jahr erwarten die Hannoveraner wegen Belastungen durch faule Schiffskredite einen Vorsteuerverlust von mehr als einer Milliarde Euro. Die Bremer Landesbank, die noch stärker unter der Schiffskrise leidet, wird zum Jahreswechsel komplett geschluckt. Bürkle sieht jedoch auch Chancen. Denn bisher hält die NordLB zwar 55 Prozent an der Bremer Landesbank, kann bei ihrer Tochter aber nicht durchgreifen – auch wegen politischer Widerstände aus der Freien Hansestadt. Nach der Komplettübernahme werde sich das ändern, als erstes im Risikomanagement, kündigte Bürkle an. Auch in vielen anderen Bereichen sehe er Möglichkeiten für Synergien.

Die Schifffahrt leidet seit Jahren unter Überkapazitäten und dem mauen Welthandel. Nach der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten fürchten Experten, dass Amerika und andere Länder verstärkt auf Protektionismus setzen werden – was dem Welthandel und der Schifffahrt weiter zusetzen würde. „Alles, was man (von Trump) bislang gehört, gesehen und wahrgenommen hat, ist potenziell negativ für den Welthandel“, sagte Bürkle.

Die NordLB, die 17 Milliarden Euro an die Schiffsbranche verliehen hat, gehe in ihren Prognosen nicht von einer nachhaltigen Erholung des Sektors aus. Der Abbau von Schiffskrediten habe vor diesem Hintergrund höchste Priorität, sagte Bürkle. An einer Übernahme der Nachbarn HSH Nordbank oder Oldenburger Landesbank, die beide zum Verkauf stehen, hat er dagegen kein Interesse. „Wir haben gerade die Bremer Landesbank als Aufgabe vor uns. Wir sind nicht dabei, uns andere Adressen in dieser Hinsicht anzuschauen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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