Übernahme: Konsortium kauft Indymac

Übernahme
Konsortium kauft Indymac

Sechs Monate nach seiner Rettung durch den Einlagensicherungsfonds ist der ehemals zweitgrößte US-Immobilienfinanzierer Indymac in neuen Händen. Der Baufinanzierer geht für 14 Mrd. Dollar an sieben bekannte Hedge-Fonds und Beteiligungsfirmen. Die Übernahme zeigt, dass Beteiligungsfirmen trotz Finanzkrise Kapital für Übernahmen aufbringen können.

FRANKFURT. Ein Konsortium aus sieben Beteiligungsfirmen und Hedge-Fonds mit wohl bekannten Namen übernimmt das kalifornische Institut mit 33 Filialen für 13,9 Mrd. US-Dollar. Das teilte der staatliche US-Einlagensicherungsfonds FDIC am Freitagabend mit.

Das Käuferkonsortium IMB wird geführt von dem ehemaligen Goldman-Sachs-Banker Steven Mnuchin, der Co-Chef des Investmentfonds Dune Capital Management ist. Aus seiner Goldman-Zeit kennt er drei weitere der Investoren, unter anderem Christopher Flowers mit seinem Fonds J.C. Flowers & Co. Weitere Mitglieder des Konsortiums sind eine Investmentfirma für das Kapital von Dell-Gründer Michael Dell, ein Investmentfonds des Milliardärs George Soros und der Hedge-Fonds Paulson & Co, der 2007 viel Geld mit Wetten gegen den US-Häusermarkt verdient hatte.

Für den Einlagensicherungsfonds ist die Rettung von Indymac eine kostspielige Sache. Insgesamt rechnet der von Banken getragene FDIC mit Verlusten zwischen 8,5 bis 9,4 Mrd. US-Dollar.

Der Einlagensicherungsfonds wird einen Teil der Kreditverluste von Indymac tragen. Die ersten 20 Prozent trägt Indymac selbst. Danach kommt die FDIC für 80 Prozent und mehr der Verluste auf. Der Verkauf an das Konsortium sei aber die am wenigsten kostspielige Option gewesen, teilte die FDIC mit. Nachdem ein Verkauf an Banken gescheitert war, hatte die FDIC in einer zweiten Runde einen Käufer gesucht.

Der Kollaps von Indymac war eine der schwersten Bankenpleiten in den USA im vergangenen Jahr. Die Kalifornier waren nach dem Konkurrenten Countrywide der größte unabhängige börsennotierte Baufinanzierer der USA.

Das Käuferkonsortium wird nach dem für Ende Januar oder Anfang Februar erwarteten Abschluss der Transaktion 1,3 Mrd. Dollar bar in den Hypothekenfinanzierer einbringen. Die Übernahme gilt als Hinweis darauf, dass Beteiligungsfirmen Wege finden, trotz der globalen Finanzkrise Kapital für Übernahmen aufzubringen. Die Finanzierung über Fremdkapital ist angesichts der Probleme der Banken schwierig geworden. Angesichts der anhaltenden Probleme auf dem US-Immobilienmarkt dürfte ein Neustart Indymacs jedoch nicht einfach sein. Die Deutsche Bank und Barclays hatten den Einlagensicherungsfonds bei der Transaktion beraten, Merrill Lynch das Käuferkonsortium.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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