Übernahme von BG durch Shell
Nur drei Berater am Mega-Deal beteiligt

Shell und BG betreten bei ihren Verhandlungen über den größten Zukauf in der Energiebranche seit mehr als zehn Jahren Neuland: Die beiden Konzerne stützen sich dabei auf die Expertise von nur drei Beratern.
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LondonShell sorgt mit der 64 Milliarden Euro schweren Übernahme des Gasproduzenten BG nicht nur in der Energiebranche für Furore. Der Deal dürfte auch bei den Banken für Gesprächsstoff sorgen. Denn Shell und BG betraten bei ihren Verhandlungen über den größten Zukauf in der Energiebranche seit mehr als zehn Jahren Neuland.

Der britisch-niederländische Energiegigant hatte lediglich eine Investmentbank an seiner Seite: Bank of America Merrill Lynch. Und BG stützte sich nur auf die Expertise von Goldman Sachs und der Beratungsfirma Robey Washaw. Wie eine mit den Gesprächen vertraute Person sagte, sollte dies der Geheimhaltung dienen. Gleichwohl könne das auch bedeuten, dass die Bank of America den Kredit allein schultert, den Shell für den Zukauf aufnimmt.

Üblicherweise werden die Konzerne bei so großen Geschäften mindestens von zwei und oft auch mehr Geldhäusern beraten. So holten sich Holcim und Lafarge bei ihren Fusionsgesprächen zum weltgrößten Zementkonzern sieben Banken an ihre Seite.

Als Glencore 2012 den Bergbaukonzern Xstrata übernahm, waren neun Institute involviert. Und als Vodafone 2013 seine Beteiligung am US-Gemeinschaftsunternehmen Verizon Wireless für 130 Milliarden Dollar verkaufte, konnten sich Goldman Sachs, Bank of America Merrill Lynch, JP Morgan, Morgan Stanley, Barclays, UBS, Paul Taubman's PJT Partners und Guggenheim Partners auf Einkünfte freuen.

Für viele Investmentbanken sind Firmenfusionen und -übernahmen lukrative Einnahmequellen. Je weniger Beteiligte desto höher also auch die Erlöse aus den Beratungsgeschäften. Merrill Lynch war im Energiesektor im ersten Quartal 2015 bereits Spitzenreiter mit einem Marktanteil von 7,9 Prozent wie aus Daten von Thomson Reuters hervorgeht. Insgesamt lag die Bank an vierter Stelle. Nummer Eins ist Goldmans Sachs, die die Einnahmen aus Gebühren binnen Jahresfrist um 40 Prozent steigerte. Diese Tabellen spielen auch eine Rolle bei künftigen Geschäften.

Viele Firmen suchen sich danach die Banken aus, die sie beraten sollen. Experten rechnen damit, dass die Geldhäuser eine Verschiebung innerhalb der Tabelle nach dem Shell-BG-Geschäft nicht auf sich sitzenlassen wollen. "Ein Gegengebot für BG ist nicht auszuschließen", sagte einer der 15 größten Investoren bei dem Gasproduzenten der Nachrichtenagentur Reuters.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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