Übernahmegerüchte
Allianz buhlt um Belgien-Geschäft von Generali

Insidern zufolge ist Europas größter Versicherer am belgischen Geschäft des Versicherers Generali interessiert. Bis zum 8. September will die Allianz Generali angeblich ein Angebot für eine Übernahme vorlegen.
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Frankfurt/LondonDie Allianz bleibt auf Einkaufstour. Europas größter Versicherer gehört Insidern zufolge neben der Schweizer Baloise und dem Finanzinvestor Cinven zu den Interessenten für das belgische Geschäft von Europas drittgrößtem Versicherer Generali. Sie arbeiteten daran, bis zum 8. September eine Offerte vorzulegen, sagten mehrere mit der Transaktion vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das Belgien-Geschäft könne dabei mit bis zu 500 Millionen Euro bewertet werden.

Generali befindet sich mitten in der Restrukturierung und will sich aus bis zu 15 Ländern zurückziehen. Das Belgien-Geschäft solle an einen einzigen Bieter gehen, anstatt es aufzuspalten. Die Generali-Tochter zählt rund 530.000 Privat- und Unternehmenskunden und ist breit aufgestellt, sie bietet beispielsweise Lebens- und Autoversicherungen an. Sie steigerte die Prämieneinnahmen 2016 um knapp 20 Prozent auf 800 Millionen Euro, unter dem Strich stand ein Gewinn von 89 Millionen Euro.

Den Insidern zufolge hat auch der Versicherer Athene ein Auge auf das Belgien-Geschäft geworfen, ist aber möglicherweise nur an der Abwicklung des Altbestands der Versicherung interessiert. Allianz, Baloise und Cinven wollten dagegen für das gesamte Geschäft bieten. Die Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

Allianz-Chef Oliver Bäte ist seit langem auf der Suche nach Zukäufen – vor allem in Ländern, in denen der Konzern bereits präsent ist. Anfang August ist ihm in Großbritannien mit der knapp 800 Millionen Euro schweren Übernahme der Schaden- und Unfall-Sparte der traditionsreichen Liverpool Victoria Friendly Society (LV=) endlich der erhoffte größere Zukauf gelungen. Erst vor wenigen Tagen erwarben die Münchener den nigerianischen Versicherer Ensure – mit Bruttobeitragseinnahmen von zuletzt elf Millionen Euro ist er aber im Vergleich zu LV= ein Zwerg.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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