Übernahmepläne: Deutsche Bank prüft milliardenschwere Kapitalerhöhung

Übernahmepläne
Deutsche Bank prüft milliardenschwere Kapitalerhöhung

Die Deutsche Bank prüft einem Bericht zufolge eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Das Institut habe Investmentbanken angesprochen, ob sie einen Aktienverkauf durchführen wollen, mit dem bis zu neun Mrd. Euro erlöst werden sollen. Mit dem Geld könnte die Übernahme der Postbank bewältigt werden.
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HB FRANKFURT. Die Deutsche Bank will sich offenbar mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung für eine Komplettübernahme der Postbank und die verschärfte Regulierung rüsten. Wie Reuters am Donnerstagabend aus Finanzkreisen erfuhr, prüft das größte deutsche Geldhaus eine Kapitalmaßnahme von bis zu neun Mrd. Euro. Das wäre die größte Transaktion dieser Art für die Deutsche Bank seit vielen Jahren.

Der genaue Zeitpunkt dieses Schritts sei noch unklar, hieß es weiter. Während eine mit den Plänen vertraute Person bereits von kommender Woche sprach, sagten andere, es könne auch noch länger dauern. „Derzeit laufen Gespräche mit Investmentbanken“, sagte einer der Insider. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab.

Ziel der Kapitalerhöhung ist den Kreisen zufolge, ausreichend Kapital für einen vollständigen Kauf der Postbank einzusammeln. Zudem gehe es darum, für die geplante Verschärfung der Kapitalregeln (Basel III) vorbereitet zu sein.

Deutsche-Bank-Chef Ackermann hatte in der Vergangenheit stets betont, Kapitalerhöhungen gebe es nur zur Finanzierung von Übernahmen.

Gerüchte, dass die Deutsche Bank bald die Postbank schlucken und dafür eine Kapitalerhöhung durchführen könnte, sind nicht neu: Erst am Nachmittag war die Postbank-Aktie gestiegen, nachdem Postbank-Chef Stefan Jütte die Deutsche Bank als den „wahrscheinlichsten Übernehmer“ bezeichnete. Er wisse allerdings nicht, wie, wann und ob der Branchenprimus die Postbank letztlich kaufe. Die Aktien der Postbank gingen daraufhin mit einem Plus von 4,7 Prozent als einer der größten Gewinner im MDax aus dem Handel.

Anleger spekulieren seit langem, dass die Deutsche Bank das Geldhaus bald komplett schluckt. Das Frankfurter Institut hält bereits knapp 30 Prozent und will sich Experten zufolge über kurz oder lang vollständigen Zugriff auf deren 14 Mio. Privatkunden sichern. Die Deutsche Bank erhält im Februar 2012 über eine Umtauschanleihe weitere 27,4 Prozent vom anderen Aktionär Deutsche Post.

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  • Nichts gelernt haben vor allen Dingen die bürger, kaufen sie doch immer noch sogenannte Wertpapiere von bankstern. Letztere sind sehr geschickt wie man sieht, sammeln einfach durch eine sogenannte Kapitalerhöhung die Ersparnisse der bürger ein.

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