Umbau des Beteiligungsportfolios nahezu abgeschlossen – Aktienquote sinkt: Allianz verlässt die Deutschland AG

Umbau des Beteiligungsportfolios nahezu abgeschlossen – Aktienquote sinkt
Allianz verlässt die Deutschland AG

Im Januar 2000 hat der Österreicher seinen Posten als Allianz-Beteiligungsvorstand angetreten. Jetzt kann sich Paul Achleitner zurücklehnen, denn er hat seine Ziele erreicht, die sich vor fast genau fünf Jahren bei seinem Amtsantritt vorgenommen hat.

MÜNCHEN. Paul Achleitner ist mit guten Vorsätzen ins Jahr 2005 gestartet: Der 48-Jährige Allianz-Vorstand trinkt im Büro keinen Kaffee, sondern nur noch Tee, und neben seinem Schreibtisch steht ein Obstteller. Kein Wunder: Der Vertraute von Konzernchef Michael Diekmann kann sich zurück lehnen. Denn er hat seine Ziele erreicht, die sich vor fast genau fünf Jahren bei seinem Amtsantritt vorgenommen hat.

Im Januar 2000 trat der Österreicher seinen Posten als Allianz-Beteiligungsvorstand an. Die Überraschung war groß, als der damalige Konzernchef Henning Schulte-Noelle im Herbst 1999 die brisante Personalie präsentierte. Die Verpflichtung des Deutschland-Chefs der Investmentbank Goldman Sachs sorgte für einen Sprung der Allianz-Aktie. Denn die meisten Experten erhofften sich nun quasi „über Nacht“ ein aktives Durchforsten des milliardenschweren Beteiligungsbesitzes von Europas größtem Versicherer. Doch so schnell ging es nicht.

„Wir sind fast da, wo wir hinwollen“, zieht Achleitner nun nach fünf Jahren mit Blick auf den Umbau des Unternehmensportfolios Bilanz. Insgesamt bewegte der Versicherer seitdem Industriebeteiligungen von rund 30 Mrd. Euro. Erst in den letzten Woche trennte sich Achleitner von der Beteiligung am Münchener Mischkonzern MAN. Die Beteiligungen an Bayer und RWE wurden reduziert und eine Wandelanleihe aufgelegt, die nach drei Jahren mit Aktien der Münchener Rück, BMW oder Siemens getilgt werden kann. Die Aktienquote sank dadurch erneut beträchtlich. Gleichzeitig investiert die Allianz in internationale Aktien und in Private Equity, also in nicht-börsennotierte Unternehmen. Hier gab es zuletzt ansehnliche Gewinne, etwa beim Verkauf der Beteiligungen von Schmalbach-Lubeca, Messer-Griesheim oder Tank + Rast.

Auch Experten bescheinigen Achleitner Erfolg beim Beteiligungsumbau. „Achleitner hat seine meisten Ziele erfüllt. Es gibt kaum mehr Klumpenrisiken in den Büchern“, sagt Lucio di Geronimo, Allianz-Analyst bei der Hypo-Vereinsbank. Dabei habe der Versicherer eine Vielzahl von innovativen Lösungen gefunden und die Marktgelegenheiten gut genutzt, meint er. Lob gibt es auch von Merrill Lynch. Denn das so genannte „Equity gearing“, also die Abhängigkeit vom Aktienmarkt, ist nach den jüngsten Transaktionen endlich auf einen Wert von unter Eins gesunken. Alle Aktienengagement zusammen sind also geringer als das Eigenkapital. Die Rating-Agenturen prüfen nun sogar eine Heraufstufung der Bonität.

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