Umfrage: Banker fürchten Überregulierung

Umfrage
Banker fürchten Überregulierung

Ein gutes Jahr nach der Lehman-Pleite sorgt sich die Bankwelt um mögliche politische Einmischung in ihre Geschäfte. Das geht aus einer Umfrage der Beraterfirma Pricewaterhouse Coopers (PwC) hervor. Konflikte seien programmiert.
  • 0

HB FRANKFURT. Zwar lehnten die Banker staatliche Intervention in der Branche nicht grundsätzlich ab. „Aus Sicht vieler Banker ist die Haltung der Politik gegenüber dem Finanzsektor jedoch zu intransparent und teils auch widersprüchlich“, stellte PwC fest.

Viele Befragte sähen einen Konflikt zwischen der politischen Forderung nach einer Ausweitung der Kreditvergabe an Unternehmen und der angestrebten Stärkung des Eigenkapitals der Banken.

Auf Rang zwei auf der Sorgenskala folgen aus Sicht der Banker die Kreditrisiken. „Nach Einschätzung einiger Befragter ist die Finanzkrise im Kreditgeschäft noch längst nicht vorbei.

Insbesondere bei Immobilien- und Verbraucherkrediten befürchten viele Experten größere Zahlungsausfälle“, erklärte Burghardt. Die Risiken im Bankgeschäft insgesamt sind nach Einschätzung der Befragten derzeit so hoch wie noch nie. Nur neun Prozent sind der Ansicht, dass die Banken gut auf die Gefahren vorbereitet sind, während elf Prozent den Instituten eine schwache Verfassung attestieren. In der letzten Umfrage von 2008 sahen noch 24 Prozent die Banken gut aufgestellt.

Eng verknüpft mit der Sorge vor staatlichen Eingriffen ist nach Einschätzung der Befragten das Risiko einer Überregulierung. Dabei dürften laut PwC die anstehenden Änderungen bei der Bilanzierung eine Rolle spielen.

Sehr unterschiedlich hatten am Wochenende Banker auf die in den USA anstehenden staatlichen Eingriffe reagiert. Commerzbank-Chef Martin Blessing begrüßte die Pläne von US-Präsident Barack Obama zur Begrenzung riskanter Bankgeschäfte. „Ich denke, die Grundidee ist vernünftig“, sagte Blessing „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Für eine abschließende Beurteilung seien allerdings noch mehr Details nötig. Kritik dagegen kam vom Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Manfred Weber.

Weber sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zufolge, die von Obama geplante Trennung des klassischen Kundengeschäfts vom Investment Banking sei nicht der richtige Ansatz, um einen erneuten Finanzkollaps zu vermeiden. Die Krise habe Banken von ganz unterschiedlicher Größe und mit ganz unterschiedlichen Geschäftsmodellen erfasst.

Kommentare zu " Umfrage: Banker fürchten Überregulierung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%