Umgang mit Aktienanalysen
Credit Suisse muss interne Kontrollen verbessern

Ein Aktienanalyst von Credit Suisse hat offenbar nichtöffentliche Informationen zum Gewinnausblick eines Unternehmens weitergegeben. Dafür hat die Bank in Japan eine Strafe der Finanzaufsicht kassiert.

TokioDie schweizerische Credit Suisse ist die zweite global agierende Bank, die in Japan eine Strafe wegen der Weitergabe von Informationen zu den Gewinnzahlen eines Unternehmens erhält. Die aufsichtsrechtliche Untersuchung warf Fragen über den Umgang von Banken mit Aktienanalysen in Japan auf.

Die Finanzaufsichtsbehörde teilte am Montag mit, sie habe die japanische Wertpapiersparte der Bank angewiesen, ihre internen Kontrollen und die Einhaltung von Vorschriften zu verbessern. Die Bank muss bis zum 3. Juni einen Bericht vorlegen. Eine Credit-Suisse-Sprecherin in Japan war zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen.

Ein Aktienanalyst von Credit Suisse hatte nichtöffentliche Informationen zum Gewinnausblick eines Unternehmens an einen Kunden und einen Kollegen in der Sales-Abteilung weitergegeben, der sie dann nutzte, um an Kunden heranzutreten, teilte die Wertpapieraufsicht im April mit, als sie Maßnahmen gegen die Bank empfahl. Die japanische Tochter der Deutschen Bank wurde im Dezember wegen eines ähnlichen Falls sanktioniert.

Die japanischen Behörden beschäftigen sich derzeit mit dem Umgang von Investmentbanken mit Informationen zu Unternehmen und der Frage, wie sichergestellt werden kann, dass alle Investoren einen fairen Zugang dazu haben. Unter anderem Nomura Holdings und die Mizuho Financial Group hatten ihre Aktienanalyse vor den Berichtssaisons eingeschränkt, weil nicht klar war, welche Informationen weitergeben werden dürfen und an wen.

Credit Suisse hatte vergangene Woche mitgeteilt, sie werde ihren Analysten nicht mehr gestatten, vor der Veröffentlichung von Finanzergebnissen Unternehmen zur Informationsbeschaffung zu besuchen. Sie entschied sich auch gegen eine Konferenz für Investoren im April, die normalerweise jährlich im April und Oktober vor der Berichtssaison stattfindet.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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