Umstrittene Transaktionen: Citigroup baut Stellen ab

Umstrittene Transaktionen
Citigroup baut Stellen ab

Die Citigroup streicht einem Bericht zufolge rund 1000 Arbeitsplätze bei ihrer Unternehmens- und Investmentbank. Einen direkten Zusammenhang mit den umstrittenen Anleihegeschäften gebe es aber nicht, so der Finanzdienstleister.

HB BERLIN. Auch bei dem weltweit größten Finanzdienstleister scheinen in der Investment-Sparte mehr Menschen zu arbeiten als die Unternehmensführung derzeit für erforderlich hält. Die Citigroup wolle 1000 Stellen bei der Unternehmens- und Investmentbank abbauen, berichtete die «New York Times» am Sonnabend auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Citigroup beschäftigt in der Investmentsparte rund 48.000 Mitarbeiter. Dem Bericht zufolge werden die Streichungen hier alle Bereiche und Standorte betreffen.

Ein Citigroup-Sprecherin hatte am Vortag erklärt, Stellenstreichungen hätten vor allem zwei Ziele: Der Konzern wolle die Kosten niedrig halten und gleichzeitig in Bereiche investieren, die Wachstumschancen versprechen. Vergangenen Monat hatte mit JP Morgan Chace einer der größten Konkurrenten mitgeteilt, der operative Gewinn der Investmentsparte sei um 18 Prozent eingebrochen.

Der angekündigte Stellenabbau bei der Citigroup folgt einer Untersuchung in Europa über eine Reihe umstrittener Anleihetransaktionen in Europa. Durch massive Verkäufe europäischer Staatsanleihen hatte die Citigroup im August 2004 innerhalb weniger Minuten über die Handelsplattform MTS Bonds im Wert von mehreren Milliarden Euro abgestoßen und nur eine halbe Stunde später zu günstigeren Kursen zurückgekauft. Medienberichten zufolge bescherten gleichzeitige Sicherungsgeschäfte auf der Terminhandelsplattform Eurex der Citigroup einen Gewinn in Höhe von 17 Millionen Euro.

Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht überprüfte die Geschäfte und fand den Verdacht der Marktmanipulation bestätigt. Die Behörde erstattete daraufhin Anzeige bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft.

Dem Bericht zufolge hatte die Finanzchefin der Citigroup in einer Konferenzschaltung mit Investoren angekündigt, der Unternehmensbank-Gewinn sei in Europa im vierten Quartal 2004 um 29 Prozent gefallen. Sie habe diesen Rückgang zwar nicht direkt mit den Anleihegeschäften in Verbindung gebracht. Allerdings habe sie eingeräumt, die negativen Folgen hätten den Geschäften der Bank in Europa nicht gut getan, berichtete die Zeitung.

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