Umstrittener Vergleich
USA untersuchen deutsche Landesbanken

Die kriselnde Bank of America hat sich mit ihren Investoren auf einen 8,5-Milliarden-Dollar-Deal geeinigt. Doch jetzt prüft die US-Staatsanwalt den Vergleich - und fordert die Kundendaten deutscher Landesbanken an.
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Die umstrittene Einigung der Bank of America mit Hypotheken-Investoren hat den New Yorker Generalstaatsanwalt auf den Plan gerufen. Wie aus einem Schreiben hervorgeht, hat Chefermittler Eric Schneiderman 20 der 22 beteiligten institutionellen Investoren um Stellungnahmen gebeten. Angeschrieben wurden unter anderem die Allianz-Tochter Pimco sowie die Landesbanken BayernLB und LBBW, die mit den Papieren der US-Bank viel Geld verloren hatten. Schneiderman forderte Namen ihrer Kunden sowie Daten zu den Buch- und Marktwerten der Kreditpapiere an, die die Bank of America verbrieft hatte.

Der vor zwei Wochen geschlossene und 8,5 Milliarden Dollar schwere Vergleich hatte Unmut und Begehrlichkeiten bei anderen Investoren hervorgerufen. Sie haben Klagen dagegen angekündigt. Zugleich untersuchen mehrere Generalstaatsanwaltschaften die Fälle. Sie wollen den Exzessen auf dem Immobilienmarkt auf den Grund gehen, die die Krise auf dem Häusermarkt verursacht und die weltweiten Finanzturbulenzen angefacht hatten.

Regulierer, unter ihnen alle Generalstaatsanwaltschaften der 50 US-Bundesstaaten, arbeiten an einer viele Milliarden schweren Einigung mit großen Verwaltern von Hypothekenkrediten. Diese hatten mit Zwangsräumungen Negativ-Schlagzeilen gemacht. Dazu zählt auch die Deutsche Bank.

Die Bank of America hatte sich noch kurz vor dem Höhepunkt der Finanzkrise mit der Übernahme des Immobilienfinanzierers Countrywide Milliardenrisiken ins Haus geholt: Insgesamt war sie mit 20 Milliarden Dollar schwer belastetet. Vorstandschef Brian Moynihan versucht nun auf außergerichtlichem Weg einen klaren Schnitt zu machen. Der 8,5-Milliarden-Vergleich bedarf aber noch der Zustimmung des Obersten Gerichtshofs des Bundesstaates New York in Manhattan.

Eine Gruppe von Pensionsfonds und Firmen, die Countrywide- Papiere halten, hatte den Vergleich kritisiert. Die institutionellen Anleger hätten die Bank zu gut wegkommen lassen, weil sie in anderen Bereichen gute Geschäfte mit ihr machten. Die Bank of New York Mellon, die als Treuhänder der Verbriefungen fungiert, hat den Vergleich als „vernünftig“ bezeichnet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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