Umstrittenes Anleihegeschäft: Eurex muss im Fall Citigroup eingreifen

Umstrittenes Anleihegeschäft
Eurex muss im Fall Citigroup eingreifen

Der amerikanischen Citigroup drohen empfindliche Strafen wegen eines umstrittenen Anleihegeschäftes. Die hessische Börsenaufsicht hat den Fall nun an den Sanktionsausschuss der Terminbörse Eurex weitergeleitet.

HB FRANKFURT. „Nach Auffassung der Börsenaufsichtsbehörde liegen hinreichende Anhaltspunkte für eine Verletzung des kaufmännischen Vertrauens anderer Handelsteilnehmer und damit für einen sanktionswürdigen Sachverhalt vor“, teilte der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel, der für die Aufsicht der Frankfurter Börsen zuständig ist, am Montag mit.

Bei der umstrittenen Transaktion hatte die Citigroup im August 2004 an einem Tag innerhalb von zwei Minuten Anleihen im Wert von 12,4 Mrd. € verkauft und damit vorübergehend einen Preisverfall ausgelöst. Kurze Zeit später deckte sich die Bank wieder mit 3,8 Mrd. € ein. Dabei hat die Citigroup nach Schätzungen der deutschen Wertpapieraufsichtsbehörde BaFin einen Gewinn von 17,5 Mill. Dollar (umgerechnet 13,3 Mill. €) erzielt.

Die New Yorker Bank hat alle Vorwürfe bestritten, die Transaktion aber bedauert. Die beschuldigten Händler wurden vom Dienst suspendiert. Den Aufsichtsbehörden und Staatsanwälten hat die Citigroup ihre Kooperation zugesagt. „Wir bedauern diese Geschäfte, weil sie nicht unseren Vorgaben entsprachen, wir glauben aber weiter, dass sie keine gesetzlichen Vorschriften verletzt haben“, teilte die Bank mit.

Eine Entscheidung soll der Sanktionsausschuss innerhalb von acht Wochen treffen. Die möglichen Sanktionen reichen von einem Verweis für die Bank und die handelnden Personen über ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 € bis zum Ausschluss vom Eurex-Handel für 30 Arbeitstage. Gegen eine Entscheidung kann vor dem Verwaltungsgericht geklagt werden.

Neben dem Verfahren vor dem Eurex-Ausschuss könnte auch ein Strafverfahren gegen fünf Händler und ihre Vorgesetzten eröffnet werden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt untersucht derzeit, ob der Straftatbestand der Marktmanipulation erfüllt wurde. „Die Staatsanwaltschaft wird in dieser Woche weitere Gespräche mit den Beteiligten führen und noch im März entscheiden“, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Strafverfolgungsbehörde. Auch die britische Finanzaufsicht Financial Services Authority (FSA) und die italienischen Behörden untersuchen die Vorgänge.

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