Unerlaubte Geschäfte
UBS-Händler verzockte mehr Geld als gedacht

Die UBS hat den Schaden, den ihr Händler Kweku Adoboli mit Scheingeschäften verursachte, auf 2,3 Milliarden Dollar beziffert. Warum bemerkte niemand die unerlaubten Geschäfte? UBS-Chef Grübel kämpft um seinen Job.
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DüsseldorfDie Schweizer Großbank UBS hat durch die nach eigenen Angaben unerlaubten Wertpapiergeschäfte eines ihrer Londoner Händler einen größeren Schaden erlitten als bislang angenommen. Durch den am Donnerstag bekannt gewordenen Fall sei ein Verlust von 2,3 Milliarden Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) entstanden, teilte die Bank am Sonntag mit. Am Donnerstag hatte die Bank den Schaden wegen der unerlaubten Wertpapiergeschäfte noch auf zwei Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro) geschätzt.

Kundengelder seien von den illegalen Geschäfte nicht betroffen, erklärte die Bank weiter. Der Verlust sei durch unautorisierten, spekulativen Handel mit verschiedenen Aktienindexfutures des S&P 500, DAX und EuroStoxx im Verlauf der letzten drei Monate entstanden. Der Händler habe sein Portfolio nicht korrekt abgesichert. Die tatsächliche Dimension des Risikoengagements sei dadurch verschleiert worden, dass die Transaktionen zwar im System abgesichert wurden. Die Gegengeschäfte habe der Händler aber nur zum Schein getätigt, erklärte die Bank. Die fiktiven Gegengeschäfte hätten verdeckt, dass die von UBS gesetzten Risikoobergrenzen für den Handel mit den Indexfutures in Wahrheit überschritten wurden.

Am frühen Donnerstagmorgen war der 31-jährige Investmentbanker Kweku Adoboli am Londoner UBS-Sitz festgenommen worden. Die britische Polizei klagte den aus Ghana stammenden Händler am Freitag wegen Betrugs durch den Missbrauch seiner Stellung und die Fälschung von Bilanzen an. Der nächste Gerichtstermin ist für 22. September angesetzt.

Adoboli war im Londoner Büro der UBS für den Bereich der Exchange Traded Funds zuständig, also für Börsenprodukte, die Aktienindizes wie den Dax abbilden. Der UBS droht nach Einschätzung von Analysten wegen der Affäre ein Verlust von 500 Millionen Schweizer  Franken (415 Millionen Euro) im dritten Quartal.

Unklar ist bislang, wie sehr das Risikomanagement der Bank bei den unerlaubten Geschäften versagt hat: Die illegalen Transaktionen hätten in den letzten drei Monaten stattgefunden, teilte die UBS mit. Nach Angaben der britischen Anklage gingen die betrügerischen Geschäfte Adobolis jedoch bis 2008 zurück und dauerten bis zum Tage seiner Festnahme an. Die britische „Sunday Times“ berichtete zudem unter Berufung auf anonyme Insider, der mutmaßliche Zocker habe Geschäfte über zehn Milliarden Dollar gemacht, bevor die Bank die Verluste bemerkt habe. Die UBS lehnte eine Stellungnahme zu diesem Bericht ab. Die Schweiz und die USA kündigten am Freitag an, Ermittlungen zu den Geschäften einzuleiten.

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  • Die Banken haben soviel Knete, dass 2 milliarden gar nicht mehr auffallen.
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  • Da stimmt doch etwas nicht an der Geschichte. Ein Wertpapierhändler, vulgo trader, kann keine Bilanz fälschen. Er kann höchstens sein Handelsbuch aufhübschen. Aber dann haben alle Zwischenstationen bis zum Finanzvorstand geschlafen. Ganz ähnlich wie im Fall Kériel. Nun wird er verheizt, um die dickeren Köpfe zu retten.

  • Der ist ja süß ! Da muss Axel Weber aber zukünftig weit reisen um seine Mitarbeiter zu rekrutieren !

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