Ungarn-Tochter erholt sich
BayernLB mit Gewinnsprung

Die BayernLB steht besser da: Im ersten Quartal erzielt die Landesbank einen um fast 30 Prozent gestiegenen Gewinn. Geringere Risiken sind der Hauptgrund. Insgesamt erwartet die Bank 2014 ein positives Ergebnis.
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FrankfurtDer neue Chef der BayernLB übernimmt das Ruder in ruhigerem Fahrwasser. Deutschlands zweitgrößte Landesbank konnte ihren Vorsteuergewinn im ersten Quartal um fast ein Drittel auf 200 Millionen Euro steigern, weil sie weniger Geld für faule Kredite zurücklegen musste. Zudem erholte sich die zum Verkauf stehende kriselnde Ungarn-Tochter MKB ein Stück weit. Das Ergebnis lasse sich zwar nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen, warnte Vorstandschef Johannes-Jörg Riegler am Montag. Die Bank peile 2014 aber ein positives Ergebnis an.

Riegler, der von der NordLB kam, trat im April die Nachfolge des langjährigen BayernLB-Chefs Gerd Häusler an und soll die Sanierung der Bank nun zu Ende bringen. Die BayernLB, die einst am Kapitalmarkt ein großes Rad drehen wollte und in der Finanzkrise vom Staat gerettet wurde, konzentriert sich seither auf regionale Privat- und Firmenkunden, die Immobilienwirtschaft und die Sparkassen.

Das derzeit größte Thema sind die laufenden Verhandlungen über den von der EU erzwungenen MKB-Verkauf. Nach Informationen aus Finanzkreisen interessiert sich die größte ungarische Bank OTP für die defizitäre Tochter, die Verhandlungen laufen auf Hochtouren. Gestritten werde aber noch über den Kaufpreis, der auch die große Unbekannte in der Rechnung für das Gesamtjahr ist. Denn die MKB leidet unter der schwachen Wirtschaft im Heimatmarkt, der ungarischen Bankenabgabe sowie einer 2013 eingeführten Finanztransaktionssteuer. Im ersten Quartal konnte die Krisentochter ihren Verlust aber immerhin auf neun Millionen von 61 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum eindämmen, was der laufenden Restrukturierung zu verdanken ist.

Im Kerngeschäft tut sich die BayernLB im Moment schwer. Bei den Firmenkunden sei die Kreditnachfrage verhalten und der Wettbewerb groß, erklärte das Institut. Die laufende Schrumpfkur kostet ebenfalls Kraft: Bis 2017 will das Institut rund 450 Stellen abbauen. Für Abfindungen und andere damit verbundene Aufwendungen legte das Geldhaus Ende vergangenen Jahres bereits 135 Millionen Euro zurück.

In den Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) geht die BayernLB mit einer vergleichsweise dicken Kapitaldecke: Die harte Kernkapitalquote nach den strengeren Basel-III-Standards lag per Ende März bei 13 Prozent. Eingerechnet sind darin allerdings die Stillen Einlagen des Freistaates Bayern. Völlig unklar ist, was die BayernLB vielleicht noch für ihre frühere Tochter Hypo Alpe Adria aufbringen muss.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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