Unicredit greift zum Rotstift
12.000 Stellen sollen wegfallen

Statt der bekannten 10.000 sollen 12.000 Arbeitsplätze bei den Mailändern wegfallen. Damit müsste jede zehnte Mitarbeiter gehen, auch Deutsche sind betroffen. Zudem plant der Vorstand laut Insidern ein Kapitalerhöhung.

Der Stellenabbau bei der UniCredit fällt möglicherweise weitreichender aus als bisher bekannt. Das angeschlagenen italienische Geldhaus plane die Stellenstreichungen von bisher kolportierten 10.000 auf 12.000 zu erhöhen. Dies gaben zumindest mit dem Vorgang vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg bekannt. Die strategische Überprüfung sehe zudem keine Kapitalerhöhung in Form einer Aktienplatzierung vor, hieß es weiter.

Die Planzahlen, die weiter einer Prüfung unterzogen werden, erhöhten sich gegenüber 10.000 im Vormonat und hingen weiter davon ab, wie der Verkauf von Vermögenswerten, unter anderem in Österreich, realisiert werde. Der Stellenabbau in einer Größenordnung von etwa 9,4 Prozent der gesamten Belegschaft umfasse bis zu 3.000 Stellen in Deutschland und im österreichischen Privatkundengeschäft, verlautete aus Kreisen.

Die größte Bank Italiens unterzieht unter ihrem Vorstandsvorsitzenden Federico Ghizzoni den im Vorjahr vorgestellten Geschäftsplan einer neuerlichen Prüfung. Investoren drängen darauf, die Ertragskraft der Bank zu erhöhen und der rückläufigen Margenentwicklung angesichts rekordniedriger Zinsen zu begegnen. Ein Sprecher von UniCredit gab zu dem Artikel keinen Kommentar ab. Die Bank könnte auch eine Kernkapitalquote Tier 1 von mehr als elf Prozent anstreben, gegenüber zuvor angepeilten zehn Prozent, sagte eine der Personen.

Die Zahlen zum Stellenabbau beinhalten nicht jene rund 6.000 Arbeitsplätze, die mit dem geplanten Verkauf des Geschäfts der Bank in der Ukraine und der Ausgliederung von Pioneer Global Asset Management SpA aus der Konzernstruktur verbunden sind, hieß es weiter. Beide Schritte sollen in den kommenden Monaten vollzogen werden. Auch das Leasing-Geschäft der Bank in Italien steht unterrichteten Kreisen zufolge zur Disposition.

UniCredit ist nach Angaben auf der Website der Bank in 17 Ländern aktiv und eine der größten Banken in Mittel- und Osteuropa, wo die Bank mit Sitz in Mailand rund 16 Prozent der Erträge erwirtschaftet. Der Konzern beschäftigt weltweit 127.500 Vollzeitangestellte. In dieser Zahl sind 20.000 Positionen nicht enthalten, die zum Türkei-Geschäft gerechnet werden, das UniCredit nicht zur Gänze gehört.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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