Unicredit
Reform der Großbank geht voran

Fortschritte beim Umbau der italienischen Großbank Unicredit: Vorzugsaktien werden künftig mit Stammaktien zusammengelegt, die Begrenzung der Stimmrechte abgeschafft. Die Papiere schießen daraufhin in die Höhe.
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MailandDer seit gut einem Jahr amtierende Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und reformiert die Bank. Vorzugsaktien werden mit Stammaktien zusammengelegt, die Begrenzung der Stimmrechte abgeschafft und das Verfahren für die Nominierung von Verwaltungsräten geändert, wie das Institut mitteilte. Damit passe sich das italienische Geldhaus den internationalen Gepflogenheiten an.

Beim zwangsweisen Tausch der Vorzugsaktien sollen die Besitzer je Anteilsschein 3,82 Stammaktien sowie 27,25 Euro in bar erhalten. Gemessen am Schlusskurs vom Donnerstag entspricht dies rund 95 Euro je Papier. Der Kurs der Vorzugsaktien schoss daraufhin am Freitag um knapp 37 Prozent auf 92,95 Euro in die Höhe. Sie waren damit so teuer wie zuletzt vor mehr als fünf Jahren. Die Stammaktien legten 1,1 Prozent auf 18,02 Euro zu.

Zugleich will Mustier, der Insidern zufolge ein Auge auf die Commerzbank geworfen hat, die Begrenzung der Stimmrechte auf maximal fünf Prozent aufheben. Bislang können Aktionäre, die einen höheren Anteil haben, ihre Stimmrechte nicht voll ausüben. Setzt sich Mustier durch, könnte die Bank für große Investoren attraktiver werden und der Einfluss von Großaktionären steigen. Mit der Abschaffung der Stimmrechts-Obergrenze dürfen Stammaktionäre nun ihre Aktien an Unicredit verkaufen.

Zudem soll der Verwaltungsrat künftig seine eigenen Kandidaten für einen Sitz in dem Gremium vorschlagen können. Über die geplanten Änderungen soll eine außerordentliche Hauptversammlung am 4. Dezember abstimmen. Unicredit kündigte auch an, einen Rückzug von der polnischen Börse zu prüfen. Mit den Aufsichtsbehörden würden entsprechende Gespräche geführt, nachdem das Institut im vergangenen Jahr seinen Anteil an der polnischen Bank Pekao verkauft hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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