Unicredit, Sanpaolo, Monte Paschi Italiens größte Banken sollen Kapitalpuffer erhöhen

Auf drei italienische Großbanken kommen zusätzliche Kapitalanforderungen zu, sie wurden als „systemrelevant“ eingestuft. Bis 2021 müssen die chronisch klammen Geldhäuser die Vorgaben umsetzen.
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Die italienische Großbank ist „global systemrelevant“ und muss ihr Kapitalpolster deutlich erhöhen. Quelle: AFP
Unicredit

Die italienische Großbank ist „global systemrelevant“ und muss ihr Kapitalpolster deutlich erhöhen.

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MailandDie drei größten italienischen Banken Unicredit, Intesa Sanpaolo und Monte dei Paschi brauchen wegen ihrer Bedeutung für das nationale Finanzsystem eine stärkere Kapitaldecke. Die Geldhäuser seien als systemrelevant eingestuft worden und müssten deswegen von 2018 an einen zusätzlichen Kapitalpuffer aufbauen, teilte die italienische Notenbank am Mittwochabend mit.

Er muss bis 2021 schrittweise erhöht werden: bei UniCredit auf ein Prozent der risikogewichteten Bilanzsumme (RWA), bei Intesa auf 0,75 Prozent und bei Monte dei Paschi auf 0,25 Prozent. Die HVB-Mutter Unicredit ist als einzige Bank des Landes ohnehin als „global systemrelevant“ eingestuft und muss deshalb mehr Kapital vorhalten als andere Institute.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

Die italienischen Banken gelten als unterkapitalisiert und ächzen unter einem Berg fauler Kredite. Monte dei Paschi versucht gerade mit einem Kraftakt, rund fünf Milliarden Euro frisches Kapital aufzutreiben, ohne den Staat zur Kasse bitten zu müssen. Der neue Unicredit-Chef Jean Pierre Mustier stellt Mitte Dezember seine Strategie vor. Teil davon dürfte laut Insidern auch eine Kapitalerhöhung um bis zu 13 Milliarden Euro sein.

  • rtr
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