Unicredit-Tochter

Bank Austria steigert Gewinn und erhöht Kapitalpolster

Die zur italienischen Großbank Unicredit gehörende Bank Austria hat im ersten Halbjahr deutlich mehr Gewinn gemacht. Um 27,7 Prozent ging es auf 626 Millionen Euro nach oben, teilte das Institut am Donnerstag mit.
Die Unicredit-Tochter konnte ihren Gewinn deutlich steigern. Quelle: Reuters
Bank Austria

Die Unicredit-Tochter konnte ihren Gewinn deutlich steigern.

(Foto: Reuters)

WienDie zur italienischen Großbank Unicredit gehörende Bank Austria hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinnsprung gemacht. Der Konzerngewinn kletterte um 27,7 Prozent auf 626 Millionen Euro, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Dabei profitierte die Bank von höheren Kundeneinlagen sowie einem Rückgang des Kreditrisikoaufwands. Vor Steuern erhöhte sich der Gewinn um 3,1 Prozent auf 832 Millionen Euro.

Das Ergebnis sei allerdings von einigen Sondereffekten beeinflusst worden. Einerseits habe der Verkauf der Beteiligung an Visa Europe unter dem Strich 131 Millionen Euro in die Kassen gespült. Andererseits hätten sich Rückstellungen für die geplante Übertragung der Mitarbeiter vom betrieblichen in das staatliche Pensionssystem in Höhe von 204 Millionen Euro negativ ausgewirkt. Zudem seien die Kosten für die Bankenabgaben um 52 Millionen Euro gestiegen.

Die Tops und Flops im Juli

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

-0,34 -0,18%
+183,25€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
1 von 30

Volkswagen kann den Abgasskandal dank robuster Verkaufszahlen sowie Einsparungen zunehmend besser verkraften. Dafür sprechen die Ende Juli veröffentlichten Quartalszahlen. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen kletterte im zweiten Quartal um ein Fünftel auf 4,4 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Sondereinflüsse und Rückstellungen eingerechnet, halbierte sich das Ergebnis jedoch auf 1,9 Milliarden Euro. Für VW-Aktionäre ist das jedoch ein Hoffnungsschimmer. Die Aktie gehört zu den drei Gewinnern im Dax.

Kursänderung zum 29. Juli: +16,1 Prozent

SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007164600
Börse
L&S

+0,05 +0,06%
+92,38€
Chart von SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.
SAP
2 von 30

Ebenfalls an die Dax-Spitze ging es für den Software-Hersteller SAP. Das Unternehmen hatte mehr als erwartet verdient und die Analysten überrascht. Die Lizenzerlöse des Softwarekonzerns hätten die Erwartungen übertroffen und die Cloud-Umsätze sähen ordentlich aus, schrieb beispielsweise Analyst Frederick Grieb des japanischen Finanzdienstleisters Nomura.

Kursänderung zum 29. Juli: +16,7 Prozent

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

+0,44 +0,46%
+94,47€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BMW
3 von 30

Größter Dax-Gewinner war jedoch der Automobilhersteller BMW. Das Unternehmen hat wie die Konkurrenz auch den Absatz im Juni kräftig gesteigert. Weltweit wurden 227.849 Fahrzeuge der drei Konzernmarken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft, wie die Münchner mitteilten. Das sind 9,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Kursänderung zum 29. Juli: +17,1 Prozent

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
L&S

+0,28 +0,14%
+191,98€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Munich Re
4 von 30

Zu den Dax-Flops zählt der Rückversicherer Munich Re. Dieser hat am drittschlechtesten unter den größten börsennotierten Konzernen Deutschlands abgeschnitten. Wie Commerzbank-Analyst Michael Haid in einer Studie feststellt, belastet das Niedrigzinsumfeld den Versicherer.

Kursänderung zum 29. Juli: -0,7 Prozent

Beiersdorf

WKN
ISIN
Börse

Chart von Beiersdorf
Beiersdorf
5 von 30

Ebenfalls im Minus: Aktien von Beiersdorf. Ein rückläufiger Umsatz und gesenkte Ziele für die Klebstoff-Tochter Tesa haben dem Hamburger „Nivea”-Hersteller zu schaffen gemacht. Wegen negativer Währungseffekte schrumpfte der Umsatz von Beiersdorf im ersten Quartal um 1,9 Prozent.

Kursänderung zum 29. Juli: -1,1 Prozent

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

+0,02 +0,16%
+15,28€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
6 von 30

Die Deutsche-Bank-Anleger müssten sich inzwischen daran gewöhnt haben, dass die Aktie ständig Achterbahn fährt. Je nach Nachrichtenlage waren die Papiere des größten deutschen Bankhauses häufig entweder Tagesgewinner oder Verlierer im Index. Besonders der Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) zerrte zuletzt an den Nerven der Anleger. Die Bank befand sich unter den zehn am schlechtesten für den Krisenfall gerüsteten Banken Europas, wenn es nach der Kernkapitalquote geht.

Kursänderung zum 29. Juli: -2,4 Prozent

SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006202005
Börse
L&S

+1,14 +2,28%
+51,26€
Chart von SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.
Salzgitter
7 von 30

Auch unter den mittleren Werten ging es trotz der Ferienzeit hoch her. So auch bei Salzgitter. Der Wunsch der EU-Gesetzgeber, einheimische Metallhersteller vor chinesischen Billigstahl-Importen zu schützen, spielt dem MDax-Wert in die Karten. Zusätzlichen Schub verliehen den Aktien Spekulationen auf eines möglichen Zusammenschlusses des europäischen Stahlgeschäfts von Thyssen und der indischen Tata Steel.

Kursänderung zum 29. Juli: +17,7 Prozent

Österreich will die im internationalen Vergleich hohe Bankenabgabe nach erheblichem Druck der Geldhäuser reformieren. Ab 2017 soll sich die Steuern am deutschen Modell orientieren. An den Details wird derzeit geschliffen. Ohne die Sondereffekte wäre der Vorsteuergewinn der Bank um weitere 73 Millionen Euro oder insgesamt 12,2 Prozent gestiegen, hieß es.

Auch das Kapitalpolster habe sich aufgefüllt. Die harte Kernkapitalquote unter Berücksichtigung von Übergangsvorschriften stieg auf 11,7 Prozent nach 11,0 Prozent Ende 2015. Wenn man die strengeren Basel III-Regeln voll anwenden würde, weiche die Quote nicht stark davon ab, sagte ein Bank-Sprecher.

Die Osteuropa-Beteiligungen - die die Bank Austria an ihre Mutter Unicredit abgeben muss - seien weiterhin in der Bilanz enthalten. „Der Transfer der CEE-Division direkt unter das Dach der Unicredit liegt voll im Plan und soll, wie kommuniziert, zum Jahresende 2016 abgeschlossen werden“, sagte Osteuropa-Chef Carlo Vivaldi. Die Osteuropa-Division zähle - inklusive dem türkischen Joint Venture - insgesamt rund 2300 Filialen und beschäftige rund 47.700 Mitarbeiter in 13 Ländern.

Die Bank Austria hatte Ende 2015 angekündigt, bei ihrem defizitären Privatkundengeschäft den Rotstift anzusetzen. 70 der insgesamt 190 Filialen sollen in den nächsten drei Jahren geschlossen werden. Zudem muss die Bank Austria die bisher von Wien aus geführten Osteuropa-Beteiligungen an ihre Mutter abgeben. Medienberichten zufolge soll die UniCredit zwei Milliarden Euro in die Bank Austria einschießen, damit die Österreich-Tochter nach der Abspaltung des Osteuropa-Geschäfts ausreichend kapitalisiert bleibt. Auch UniCredit steckt derzeit in einem massiven Umbau. Die italienische Großbank versucht ihre immer dünner werdende Kapitaldecke mit dem Verkauf einer weiteren Beteiligung zu stopfen.

  • rtr
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%