Unicredit-Tochter
Bank Austria steigert Gewinn und erhöht Kapitalpolster

Die zur italienischen Großbank Unicredit gehörende Bank Austria hat im ersten Halbjahr deutlich mehr Gewinn gemacht. Um 27,7 Prozent ging es auf 626 Millionen Euro nach oben, teilte das Institut am Donnerstag mit.

WienDie zur italienischen Großbank Unicredit gehörende Bank Austria hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinnsprung gemacht. Der Konzerngewinn kletterte um 27,7 Prozent auf 626 Millionen Euro, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Dabei profitierte die Bank von höheren Kundeneinlagen sowie einem Rückgang des Kreditrisikoaufwands. Vor Steuern erhöhte sich der Gewinn um 3,1 Prozent auf 832 Millionen Euro.

Das Ergebnis sei allerdings von einigen Sondereffekten beeinflusst worden. Einerseits habe der Verkauf der Beteiligung an Visa Europe unter dem Strich 131 Millionen Euro in die Kassen gespült. Andererseits hätten sich Rückstellungen für die geplante Übertragung der Mitarbeiter vom betrieblichen in das staatliche Pensionssystem in Höhe von 204 Millionen Euro negativ ausgewirkt. Zudem seien die Kosten für die Bankenabgaben um 52 Millionen Euro gestiegen.

Österreich will die im internationalen Vergleich hohe Bankenabgabe nach erheblichem Druck der Geldhäuser reformieren. Ab 2017 soll sich die Steuern am deutschen Modell orientieren. An den Details wird derzeit geschliffen. Ohne die Sondereffekte wäre der Vorsteuergewinn der Bank um weitere 73 Millionen Euro oder insgesamt 12,2 Prozent gestiegen, hieß es.

Auch das Kapitalpolster habe sich aufgefüllt. Die harte Kernkapitalquote unter Berücksichtigung von Übergangsvorschriften stieg auf 11,7 Prozent nach 11,0 Prozent Ende 2015. Wenn man die strengeren Basel III-Regeln voll anwenden würde, weiche die Quote nicht stark davon ab, sagte ein Bank-Sprecher.

Die Osteuropa-Beteiligungen - die die Bank Austria an ihre Mutter Unicredit abgeben muss - seien weiterhin in der Bilanz enthalten. „Der Transfer der CEE-Division direkt unter das Dach der Unicredit liegt voll im Plan und soll, wie kommuniziert, zum Jahresende 2016 abgeschlossen werden“, sagte Osteuropa-Chef Carlo Vivaldi. Die Osteuropa-Division zähle - inklusive dem türkischen Joint Venture - insgesamt rund 2300 Filialen und beschäftige rund 47.700 Mitarbeiter in 13 Ländern.

Die Bank Austria hatte Ende 2015 angekündigt, bei ihrem defizitären Privatkundengeschäft den Rotstift anzusetzen. 70 der insgesamt 190 Filialen sollen in den nächsten drei Jahren geschlossen werden. Zudem muss die Bank Austria die bisher von Wien aus geführten Osteuropa-Beteiligungen an ihre Mutter abgeben. Medienberichten zufolge soll die UniCredit zwei Milliarden Euro in die Bank Austria einschießen, damit die Österreich-Tochter nach der Abspaltung des Osteuropa-Geschäfts ausreichend kapitalisiert bleibt. Auch UniCredit steckt derzeit in einem massiven Umbau. Die italienische Großbank versucht ihre immer dünner werdende Kapitaldecke mit dem Verkauf einer weiteren Beteiligung zu stopfen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%