Unicredit-Tochter
Bank Austria verdient deutlich mehr

Die Unicredit-Osteuropatochter Bank Austria hat 17 Prozent mehr verdient als im Vorjahr. Trotzdem bremst Bankchef Willibald Cernko die Euphorie: Die Nachfrage nach Bankdienstleistungen bleibe verhalten.
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WienDie Unicredit-Osteuropatochter Bank Austria hat im ersten Quartal dank geringerer Vorsorgen für faule Kredite deutlich mehr verdient. Unter dem Strich stand ein im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 17 Prozent höherer Gewinn von 399 Millionen Euro, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Neben geringeren Rückstellungen für faule Kredite in Österreich und Osteuropa kam der Bank dabei auch ein Rückkauf von Hybridpapieren zugute, der das Ergebnis um 124 Millionen Euro (vor Steuern) aufbesserte.

Trotz der Gewinnsteigerungen bremst Bankchef Willibald Cernko die Euphorie: Die Nachfrage nach Bankdienstleistungen sei unverändert verhalten und habe das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht, sagte er. Das spiegelte sich auch in einem um zwei Prozent geringeren Zinsergebnis und einem um sieben Prozent schwächeren Provisionsüberschuss wieder. „Und die auf europäischer Ebene anhaltenden Diskussionen zu Spar- versus Wachstumsprogrammen sowie jene zur Bankenregulierung machen das Marktumfeld nicht eben einfacher“, sagte Cernko.

Die Kernkapitalquote (Core Tier 1) lag Ende März bei 10,5 Prozent. Die größten europäischen Banken müssen bis Ende Juni nach den Vorschriften der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) unter bestimmten Kriterien auf einen Wert von mindestens neun Prozent kommen - dabei wird allerdings nicht die Bank Austria, sondern deren italienische Mutter Unicredit erfasst. Sie ist gruppenweit überraschend mit einem Gewinnsprung in das Jahr gestartet.

Das österreichische Institut steuert das Osteuropageschäft der Unicredit mit mehr als 51.100 Beschäftigten und ist einer der größten Kreditgeber in der Region. „Der Bankenmarkt Zentral- und Osteuropas ist länderweise durchaus stark in das neue Jahr gestartet. Vor allem die großen Länder wie Russland oder die Türkei sollten sich heuer positiv entwickeln“, zeigte sich Bank-Austria-Osteuropachef Gianni Franco Papa zuversichtlich.

In den vergangenen Jahren hatte den Banken der steigende Anteil fauler Kredite durch die maue Wirtschaftsentwicklung in Osteuropa zu schaffen gemacht. Die Institute mussten dafür höhere Vorsorgen bilden, die die Gewinne schmälerten. Im ersten Quartal konnte die Bank Austria die Kreditrisikovorsorgen um ein Viertel auf 284 Millionen Euro zurückschrauben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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