Unicredit-Tochter
Umbau schmälert Gewinn der HVB

HypoVereinsbank-Chef Theodor Weimer ist mit dem Umbau des Privatkundengeschäfts zufrieden: Die Schließung fast der Hälfte aller Filialen spürt das Institut kaum. Doch der massive Stellenabbau belastet den Gewinn.

MünchenKosten für geplante Restrukturierungsmaßnahmen haben das Ergebnis der Hypo-Vereinsbank (HVB) im vergangenen Jahr deutlich geschmälert. Der Überschuss sank um 4,5 Prozent auf 750 Millionen Euro, wie die Münchener Tochter der italienischen Unicredit mitteilte.

Für den Umbau in der Verwaltung, der bis 2018 abgeschlossen sein soll, stellte die Bank 112 Millionen Euro zurück. Letztes Jahr hatte die Hypo-Vereinsbank bereits ihr Privatkundengeschäft umstrukturiert, dabei 234 von ursprünglich 575 Filialen geschlossen und Mitarbeiter entlassen. Dabei gingen auch Kunden verloren, wie Firmenchef Theodor Weimer nun zugab: Rund 60 000 Kunden weniger habe die HVB nun, insgesamt 1,2 Millionen aktive Kunden.

Im operativen Geschäft der fünftgrößten deutschen Privatbank lief es dennoch gut: Die operativen Erträge stiegen um 1,6 Prozent auf 4,7 Milliarden – und das trotz der so genannten „Minizinsen“, wie Weimer betonte. So stieg der Zinsüberschuss um drei Prozent auf 2,7 Milliarden, das Handelsergebnis um fast neun Prozent auf 525 Millionen.

Ihm werde ja gelegentlich vorgeworfen, dass er „einigermaßen selbstbewusst“ wäre, sagte der ehemalige Goldman-Sachs-Banker vor den Journalisten, deswegen sage er „jetzt nicht selbstbewusst, aber mit einer gewissen Überzeugung: Wir haben ein recht gutes Jahr 2015 hingelegt.“ In allen Kerngeschäftsfeldern sei die Bank profitabel gewachsen. Und die Eigenkapitalquote von rund 25 Prozent sei ihm „fast schon ein wenig peinlich“, kokettierte Weimer.

„Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheit und einer hohen Volatilität der Finanzmärkte können wir uns auf den Erfolgen nicht ausruhen“, mahnte er aber. Eine Prognose für die Planungen in diesem Jahr, wollte er nicht geben. Das Ergebnis werde aber steigen, wenn sich die Märkte einigermaßen solide entwickelten.

Deutlich wurde der Bankchef wieder beim Thema Negativzinsen: Privatkunden müssen demnach nicht damit rechnen, für Geld auf dem HVB-Konto Strafzinsen zahlen zu müssen. „Als Volkswirt hielte ich das für eine Katastrophe“, sagte er. Wenn man jetzt anfange, von Privatkunden oder kleinen Firmenkunden Geld für deren Einlagen zu nehmen, „dann muss man sich fragen: Wofür ist die Bank gut?“

Korrespondentin des Handelsblatts.
Kerstin Leitel
Handelsblatt / Korrespondentin
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