Unternehmensfinanzierung
Wirtschaft warnt Banken vor einer Kreditverknappung

Deutschlands Banken sollen ihr Kapital aufstocken, um künftig besser gegen Krisen gewappnet zu sein. Doch an der Kreditvergabe dürfe nicht gespart werden, warnen Wirtschaftsverbände.
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BerlinFührende Wirtschaftsverbände haben die Banken und Sparkassen in Deutschland davor gewarnt, den erhöhten Anforderungen an ihre Eigenkapitalausstattung durch Einschränkung ihrer Kreditvergabe nachzukommen. „Die Kreditversorgung der Unternehmen darf nicht leiden“, forderte das Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, laut Vorabbericht in der „Bild-Zeitung“.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben, sagte dem Blatt, dass es zwar aktuell keine Kreditklemme gebe, kritisierte jedoch gleichzeitig: „Die Beschlüsse des Brüsseler Gipfels zu den Banken haben allerdings das Risiko von Finanzierungsengpässen vergrößert. Wenn die Banken jetzt kurzfristig ihr Eigenkapital erhöhen müssen, kann sich das rasch negativ auf die Finanzierungslage der Unternehmen auswirken.“ 

Lutz Goebel, Präsident des Verbandes Die Familienunternehmer, forderte die Finanzinstitute zu einer Umkehr bei ihrer Geschäftspolitik auf: „Die Banken sollten sich von hochriskanten Geschäftsfeldern trennen. Die Kreditversorgung der Wirtschaft muss wieder ihre Hauptaufgabe werden. Außerdem müssen die Banken aufhören, zweifelhafte Staatsanleihen anzuhäufen. Es bringt aber nichts, allein auf den Banken herumzuhacken. Auch die Politik ist gefordert. Sie muss für eine intelligente Regulierung des Finanzsektors sorgen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Interview
    „Es herrschen Bevormundung, politische Gängelung und Opportunismus!“
    Deutsche Mittelstands Nachrichten | Veröffentlicht: 29.10.11, 22:50 | Aktualisiert: 30.10.11, 17:19 | 37 Kommentare

    Die Schwaben gehören ja eigentlich zu einer friedlichen Spezies. Nun aber wollen auch sie gegen die Euro-Rettung auf die Straße gehen. Tomas Helm vom Aktionsbündnis „Direkte Demokratie – gegen den Euro-Rettungswahnsinn“ begründet im Interview mit den Deutschen Mittelstands Nachrichten, warum sich viele Deutsche nicht mehr von der Politik in Deutschland vertreten fühlen. Er kritisiert fundamentale Missstände und fordert endlich brauchbare Instrumente der Direkten Demokratie.

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