Unternehmensübernahmen
Finanzinvestoren in Käuferlaune

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young nehmen Private-Equity-Gesellschaften wieder Fahrt auf. Im vergangenen Jahr gaben Finanzinvestoren Milliarden für Firmen aus. Weitere Zukäufe sind in der Pipeline.
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FrankfurtDie Übernahmen von WMF und HSE24 machen der Beteiligungsbranche Hoffnung auf ein besseres zweites Halbjahr. „Schon auf mittlere Sicht gibt es gute Chancen, dass wieder mehr Schwung in das Geschäft der Private-Equity-Gesellschaften kommt“, sagte Alexander Kron, der für Ernst & Young Übernahmen begleitet, in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft. „Derzeit sind weitere fünf bis sieben größere Deals in Vorbereitung“, kündigte er an.

Im ersten Halbjahr 2011 hatten Finanzinvestoren erstmals seit zwei Jahren wieder Milliarden-Käufe gestemmt: Die schwedische EQT zahlte 1,8 Milliarden Euro für den Mullbinden-Hersteller BSN Medical („Leukoplast“), das Stromübertragungsnetz von E.ON, Open Grid Europe, brachte 3,2 Milliarden Euro. Dessen Käuferkonsortium unter Führung des australischen Infrastruktur-Fonds Macquarie ist freilich kein typischer Finanzinvestor, weil solche Infrastruktur-Anleger ihre Beteiligungen oft Jahrzehnte halten. Damit kamen die 50 (Vorjahr: 53) Übernahmen durch Private-Equity-Gesellschaften in Deutschland auf zusammen 5,9 Milliarden Euro, verglichen mit nur 1,2 Milliarden ein Jahr zuvor.

Es dominieren nach wie vor die kleinen Transaktionen, weil viele Finanzinvestoren weiter schlecht an Fremdkapital kommen. „Der Markt fährt nach wie vor mit angezogener Handbremse“, sagte Kron. Da zählen Unternehmen im Wert von rund 600 Millionen Euro wie der schwäbische Besteck- und Kaffeemaschinenhersteller WMF schon zu den großen Übernahmen. Der Investor Axa reichte den Einkaufssender HSE24 für 650 Millionen Euro inklusive Schulden an den Rivalen Providence weiter.

Auch der Ausstieg fällt vielen Private-Equity-Firmen schwer, weil Börsengänge kaum zustande kommen. In den ersten sechs Monaten brachten 24 (45) Unternehmensverkäufe nur noch 5,1 (8,7) Milliarden Euro, nur für 17 (25) davon fanden sich Käufer außerhalb der Private-Equity-Branche.

Auch die Werkzeuge der Beteiligungsgesellschaften im Umgang mit ihren Unternehmen hätten sich verändert, stellte Kron fest. „Die Zeiten des Geschäfts mit starken Hebeleffekten über eine hohe Verschuldung sind vorbei“, sagte er. Vielmehr brauchten die Investoren einen langen Atem, um die Prozesse und Abläufe in den Firmen operativ zu verbessern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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