Urteil bei Eurohypo
Commerzbank drohen neue Risiken

Die Commerzbank sammelt bei einer Kapitalerhöhung 2,5 Milliarden Euro und stärkt damit ihre Kapitalquote. Doch Aktionäre zeigen sich wenig begeistert: Der Kurs fällt. Denn ein Urteil birgt Millionenrisiken für die Bank.
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FrankfurtDie Commerzbank hat bei ihrer Kapitalerhöhung wie erwartet etwa 2,5 Milliarden Euro eingesammelt. Mit dem Geld zahlt die Bank die stille Einlage des Staates und die stille Einlage des Versicherungsriesen Allianz vollständig zurück. „Wir danken allen unseren alten und neuen Aktionären für ihre Unterstützung im Rahmen der Kapitalerhöhung“, sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing am Mittwoch. Da die Bank nun stille Einlagen durch Aktienkapital ersetzt, verbessert sich auch die Eigenkapitalquote der Bank. Sie steigt gemessen an den strengen Regeln von Basel III von 7,5 auf dann 8,4 Prozent.

Für die Kapitalerhöhung hatte die Bank insgesamt 555,6 Millionen neue Aktien zu je 4,50 Euro ausgegeben, dadurch steigt die Zahl der Aktien insgesamt auf 1,14 Milliarden. Mit einem Anteil von 99,7 Prozent wurden praktisch alle Bezugsrechte auch ausgeübt.

Bei der Kapitalerhöhung beteiligten sich auch Vorstände der Commerzbank. Der für die Abwicklung der Staats- und Schiffsfinanzierung zuständige Manager Jochen Klösges bezog 4880 neue Aktien, Privatkundenvorstand Martin Zielke übte 4726 Bezugsrechte für neue Aktien aus, bei Finanzchef Stephan Engels waren es 4000, bei Personalvorstand Ulrich Sieber 3817 und bei Investment-Banking-Vorstand Michael Reuther 2000.

Die Commerzbank-Aktie rutschte am Mittwoch dennoch zunächst ins Minus. Händler begründeten dies zum einen mit der am Vortag veröffentlichten Herabstufung des Ratings von Standard & Poor's sowie mit einem verlorenen Prozess. Der Kurs stabilisierte sich später aber bei rund acht Euro.

Der Bundesgerichtshof hatte am Vortag entschieden, dass die Bank zwei Hedge-Fonds Zinsen für Genussscheine der Eurohypo zahlen muss. Die Eurohypo hatte wegen ihrer Verluste die Zinszahlungen seit 2009 eingestellt. Die klagenden Hedge-Fonds hatten aber argumentiert, dass die Commerzbank für die Zinszahlungen hätte einstehen müssen, weil es zwischen ihr und der Eurohypo einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag gab.

Die Summen, um die es in dem Prozess selbst ging, gelten zwar als vernachlässigbar. Allerdings hat die Bank in ihrem Wertpapierprospekt nicht ausgeschlossen, dass sie im Falle einer Niederlage vor Gericht womöglich auch Zinsen auf alle ähnlich gelagerten Wertpapiere zahlen muss. Das könnte auf Konzernebene zu Belastungen von etwa 200 Millionen Euro führen, geht aus dem Prospekt hervor.

Kommentare zu " Urteil bei Eurohypo: Commerzbank drohen neue Risiken"

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  • Breaker
    Leider muss man dem HB vorwerfen, hier zu sondieren, wie bei der Coba. Freie Meinungsäusserung sieht anders aus, meine Herren und Damen !!!
    Lesen Sie Bitte einmal Art. 5 Abs. 1 GG. Dann könne wir hier weiter diskutieren. Was die Coba mit den Aktionären macht ist schon eine Dreistigkeit. Wenn an dann hier noch diese "Herren" angreift, wird man wörtlich rausgeschmissen. Wenn Sie keine Wahrheit vertragen, sollte man diese Informationsquelle einfach schliessen. Damit unterstützen Sie die eigenwilligen Herren dort oben und verschliessen selbst die Augen, Ohren und dem Mund nach dem Motto "Das drei Affenprinzip". So wie es die Vorstände der Coba machen. Dem schliessen Sie sich auch noch an. Nein Danke HB. Nicht die Zigarettenmarke gemeint, "Greife lieber zur HB" ????

  • Dr. Günter Meurs Alte Dorfstr. 1 A D 52428 Jülich
    Ich frage mich, ob der Grund für die eifrige Rückzahlung von Staatshilfen durch die Commerzbank nicht hauptsächlich dazu dienen soll, der -vorsichtig ausgedrückt- wenig erfolgreichen Führungsmannschaft dieses Institutes wieder höhere Gehälter und Boni zu verschaffen. Es würde Kunden der Bank (wie mir) besser gefallen, die Bank würde zunächst einmal die Anleger von Rentenpapieren der Tochterbank EUROHYP zu entschädigen. Kupons z.B. für WP A0DZJZ und ähnliche Papiere werden seit mehreren Jahren von der Bank nicht bedient. Ebenso gehen die aus durchsichtigen Gründen erfolgenden unverlangt frühzeitigen Rückzahlungen an den Staat auf Kosten der Aktionäre (Kurse mies und seit Jahren keine Dividende. Investoren haben sicher Grund, dieses Haus zu meiden: Kunden bald auch?

  • neue Aktien zu je 4,50 Euro.
    D.H. der Zielkurs ist 4,50 €uro.

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