US-Aufsichtsbehörden: JP Morgan wird auf die Finger geklopft

US-Aufsichtsbehörden
JP Morgan wird auf die Finger geklopft

Die US-Großbank ist von US-Aufsichtsbehörden dazu verdonnert worden, mehr Kontrollen einzuführen. Besonders bei der Buchprüfung und der Vergütung der Top-Manager muss JP Morgan binnen 60 Tagen nachbessern.
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Die New Yorker Großbank JP Morgan muss auf Anweisung der US-Aufsichtsbehörden ihre Risikokontrollen verbessern und die Vergütungspraktiken für Top-Manager umstellen. Damit ziehen die Behörden Konsequenzen aus der fehlgeschlagenen Wette auf Derivate, die im vergangenen Jahr zu Verlusten von mehr als 6,2 Mrd. Dollar bei JP Morgan führte.

Die Federal Reserve fand Mängel bei den Risikokontrollen, den Verlust-Modellen und in der Buchprüfung sowie im Verfahren, wie der Verwaltungsrat über Probleme informiert wird. Sowohl die Notenbank als auch das Office of the Comptroller of the Currency teilten der Bank mit, welche Veränderungen sie verlangen.

Unter anderem muss JP Morgan die Kontrolle im Handel und insbesondere im Chief Investment Office (CIO) verschärfen. Darüber hinaus müssen Systeme verstärkt werden, die Kunden von Geldwäsche abhalten sollen.

Die Fed gab der Bank 60 Tage Zeit, um Pläne für eine Verbesserung von Kontrollen und Risikomanagement sowie der internen Buchprüfung und den Finanzfunktionen vorzulegen. Zudem muss die Vergütung für Top-Manager derart geändert werden, dass negative Risiken und Kontrollmängel berücksichtigt werden.

Es sind die ersten Sanktionen, die Aufsichtsbehörden gegen JP Morgan nach den fehlgeschlagenen Wetten des „Londoner Wals“ Bruno Iksil, einem Händler der Bank in London, verhängt haben. Für die Aktionäre waren damit zeitweilig Shareholder-Value- Verluste von bis zu 51 Mrd. Dollar verbunden.

Andere US-Behörden, darunter die Börsenaufsicht SEC und die Bundespolizei FBI führen ebenfalls Untersuchungen durch. In Großbritannien ermittelt die Finanzaufsicht FSA.

JP Morgan legt am Mittwoch dieser Woche das Ergebnis für das vierte Quartal vor. Der Aufsichtsrat wird dem Vernehmen nach am heutigen Dienstag darüber entscheiden, ob dann auch ein interner Untersuchungsbericht der Bank veröffentlicht wird. In diesem Bericht werden Top-Manager, darunter Bankenchef Jamie Dimon, 56, der frühere Finanzvorstand Doug Braunstein, 52, und die frühere Leiterin des Chief Investment Office Ina Drew, 56, dafür kritisiert, die Händler in Großbritannien unzureichend kontrolliert zu haben. Das berichteten zwei Personen, die über die Vorgänge informiert sind.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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