US-Banken: Bank of America ist Amerikas neue Nummer 1

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Bank of America ist Amerikas neue Nummer 1

Machtwechsel bei den US-Banken: Die Bank of America zieht durch die Übernahme von Merrill Lynch an JP Morgan und Citigroup vorbei. Grund zum Feiern gibt es dennoch nicht: Die Bank hatte den Abbau von 35 000 Arbeitsplätzen angekündigt.

HB NEW YORK. Die Bank of America ist die neue Nummer eins unter den Banken in den USA. Mit der am Neujahrstag vollzogenen, 24 Mrd. Dollar schweren Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch kommt das Institut auf eine Bilanzsumme von rund 2,7 Billionen Dollar. Damit werden JP Morgan und Citigroup überholt. Die einst ruhmreiche Merrill Lynch war in den Strudel der Finanzkrise geraten. Sie musste im September nach 94 Jahren die Eigenständigkeit aufgeben - eine Stunde vor der Insolvenz des Rivalen Lehman Brothers, dessen Schicksal sie damit wohl entging. Zum Jahreswechsel avancierte Wells Fargo zugleich zur Nummer vier auf dem US-Bankenmarkt mit 1,4 Billionen Dollar an Einlagen, nachdem die Übernahme des Konkurrenten Wachovia unter Dach und Fach ist. Ihn hatte Wells Fargo der Citigroup weggeschnappt. Wells Fargo wächst mit Wachovia auf mehr als das Doppelte. Die Bank hat mit 6600 Filialen in 39 US-Bundesstaaten zugleich das größte Bankennetz. Die Wachovia-Zweigstellen sollen ihren Namen "in naher Zukunft" noch behalten. Die Bank war durch variabel verzinste Hypothekenkredite in Schwierigkeiten geraten, die sie sich mit der kalifornischen Golden West Financial 2006 ins Haus geholt hatte. Verkauft wurde Wachovia letztlich für 12,7 Milliarden Dollar. Zwei Jahre vorher war sie an der Börse noch mehr als das Zehnfache wert. Wells Fargo will etwa 71,4 Mrd. Dollar auf das 482,4 Mrd. Dollar schwere Kreditbuch von Wachovia abschreiben. Wells Fargo ist die zweitgrößte Hypothekenbank in den USA, war aber dank einer vorsichtigeren Kreditvergabe profitabel geblieben, während Washington Mutual und IndyMac zusammenbrachen und Countrywide Financial unter das Dach der Bank of America schlüpfen musste. Bank-of-America-Chef Kenneth Lewis war im Dezember von der Zeitschrift "American Banker" zum zweiten Mal hintereinander zum "Banker des Jahres" gekürt worden. Für insgesamt 110 Mrd. Dollar hatte er schon zuvor Countrywide, FleetBoston Financial, den Kreditkartenfirma MBNA und die LaSalle Bank gekauft. Merrill Lynch dürfte für den seit 2001 amtierenden 61-Jährigen Lewis die größte Herausforderung werden. Die künftig größte Bank der USA hatte den Abbau von bis zu 35 000 Stellen angekündigt, das sind elf Prozent der Belegschaft. Lewis hat dadurch bis 2012 sieben Milliarden Dollar Einsparungen in Aussicht gestellt. Weltweit haben Bank seit Beginn der Finanzkrise rund 300 000 Stellen gestrichen.

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